Börse am Vormittag Dax im Plus, AstraZeneca mit Kurssturz
Nach dem kräftigen Rückschlag in den vergangenen zwei Handelstagen hat der Dax am Donnerstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Der deutsche Leitindex stieg kurz nach dem Börsenstart um 0,5 Prozent auf 25.023 Punkte. Noch am Montag hatte er mit 25.900 Punkten einen weiteren Rekord erreicht, bis zur Wochenmitte aber bereits wieder mehr als 1.000 Punkte eingebüßt. Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, erholte sich am Donnerstag mit plus 0,9 Prozent auf 31.806 Zähler.
Neben Verlusten aufgrund einer spürbar eingetrübten Stimmung für KI-Werte, die sich besonders in Asien bemerkbar machte, belastete am Vortag die erneute Eskalation im Nahen Osten. Sie schürt einmal mehr Sorgen vor steigenden Ölpreisen und damit vor Inflationsdruck und einer Belastung der Konjunktur.
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Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Infineon mit einem Plus von fast 3 Prozent. Zuletzt waren die Aktien im Zuge des jüngsten Tech-Verkaufs unter die Räder geraten. Auch im MDax legten die Chip-Werte zu. Siltronic, Suss Microtec, Elmos Semiconductor und Aixtron gewannen zwischen 8,6 und 4,8 Prozent.
Ein Studienrückschlag bei einem Medikament zur Behandlung von Herzerkrankungen lässt AstraZeneca abrutschen. Die Aktien des britischen Pharmakonzerns fallen an der Londoner Börse in der Spitze um knapp 10 Prozent. Der Rückschlag in einer späten Studienphase trübt die Aussichten auf einen Spitzenumsatz von zwei Milliarden US-Dollar, den einige Analysten für das Medikament namens Wainua prognostiziert hatten.
Dow im Minus, Nasdaq stabil
Die jüngste Verschärfung der Krise im Nahen Osten und widersprüchliche Aussagen von US-Präsident Donald Trump (80) zu Iran haben am Mittwoch auch Kursverluste an den US-Aktienmärkten nach sich gezogen. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 1,09 Prozent auf 52.348 Punkte. Damit ist der jüngste Rekordlauf des Index erst einmal beendet.
Nach erneuten Drohungen gegen die Führung in Teheran hat US-Präsident Trump die Gefahren einer neuen Eskalation im Irankrieg heruntergespielt. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,3 Prozent auf 7482 Zähler nach. Der von Techgiganten wie Nvidia, Apple, Microsoft und Amazon dominierte Nasdaq 100 schloss 0,3 Prozent höher auf 29.252 Punkten.
Ölpreise ziehen an – Irankrieg bleibt im Fokus
Die Ölpreise sind nach der jüngsten Eskalation am Persischen Golf mit neuen Angriffen weiter gestiegen. Die Aufschläge hielten sich aber in Grenzen, den größten Sprung hatten die Ölpreise am Dienstag und Mittwoch verzeichnet, als die Spannungen zwischen den USA und Iran wieder aufgeflammt waren. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August legte zuletzt um 1,06 Prozent auf 78,85 Dollar zu.
Die USA haben im Streit mit Iran um die Straße von Hormus in zweiter Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik bombardiert. Irans Revolutionsgarden griffen nach eigenen Angaben im Gegenzug erneut US-Stützpunkte in den beiden mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain an. US-Präsident Trump drohte Iran noch heftigere Angriffe an. Die US-Attacken seien Vergeltungsmaßnahmen für vom Iran beschossene Schiffe, schrieb er auf der Plattform Truth Social.
Sollte die Meeresstraße erneut vollständig geschlossen werden, könnte der Ölpreis um weitere zehn US-Dollar steigen, schätzte Analyst Scott Shelton vom Brokerhaus TP ICAP. Die Straße von Hormus sei nie wirklich normalisiert geöffnet worden, sagte Henry Hoffman, Co-Portfolio-Manager des Catalyst Energy Infrastructure Fund der Nachrichtenagentur Bloomberg. Nun drohten weitere Produktionskürzungen, und eine größere Eskalation könne deutlich stärkere Schäden an der regionalen Energieinfrastruktur verursachen, deren Folgen weit über einen ersten Preissprung hinausreichten.