Der Dienstag im Überblick Einblicke in den VW-Masterplan, Zoff um Zeppelin-Zulage
Europas größter Autobauer Volkswagen steuert auf eine historische Eskalation zu. Konzernchef Oliver Blume (58) und der Vorstand wollen nicht nur bis zu 100.000 Jobs streichen und bis zu vier Werke in Deutschland schließen. Langfristig sind sogar zwei Werke zusätzlich bedroht.
Mein Kollege Michael Freitag gibt Ihnen erneut exklusive Einblicke in den Masterplan des VW-Vorstands . Zwischen Vorstand und Betriebsrat könnte es nun maximal krachen. Über einen Umbau des Vorstands ist man sich zwar einig. Doch Blumes einkalkulierte Abstimmungsniederlage im Aufsichtsrat war wohl nur der Auftakt für einen Kampf, wie ihn der Konzern noch nicht gesehen hat: Die Macht des VW-Betriebsrats und der Einfluss des Landes Niedersachsen stehen zur Disposition. „Die Zeit der Kompromisse muss endlich vorbei sein“, zitiert Freitag einen der VW-Mächtigen. Setzt Blume seine Pläne durch, dann „wäre Volkswagen ein anderes Unternehmen“.
Plötzlich wieder „Dr. Blume“: Der Konflikt zwischen Volkswagen-Chef Oliver Blume und Betriebsratschefin Daniela Cavallo eskaliert
Foto:Die Wirtschaftsnews des Tages:
Der Sanierungsdruck bei Volkswagen steigt nicht nur, weil deutsche Autohersteller immer weniger Autos in China verkaufen. Sondern auch, weil immer mehr chinesische Autos auf den europäischen Markt drängen. Im Juni hat China erstmals mehr als eine Million Autos exportiert, wie aus Daten der Zollbehörde hervorgeht.
Halbleiter gelten als unverzichtbare Bausteine für künftiges Wachstum, Deutschland will daher Halbleiterfabriken in vier Bundesländern mit 660 Millionen Euro fördern. Die EU hat diese Pläne genehmigt – auch Hochschulen profitieren davon.
Die Inflation in den USA ist im Juni überraschend auf 3,5 Prozent gesunken. Damit nimmt der Druck auf die Fed ab, die Zinsen zeitnah zu erhöhen. Die Börsen reagierten mit Kursgewinnen.
Der Aufsteiger des Tages:
Sie wissen schon alles über Jürgen Klopp (59)? Erfolgscoach, designierter Bundestrainer, dauerpräsentes Werbegesicht, Geldmaschine. Mein Kollege Christoph Rottwilm hat noch weitere interessante Details, wenn Sie beim nächsten Gespräch zum Thema beschleunigte Vermögensbildung mit ein paar Kloppo-Anekdoten glänzen wollen. Kassierte Klopp als BVB-Meistertrainer noch einstellige Millionensummen pro Jahr, stieg er mit dem Wechsel zum FC Liverpool in eine neue Liga auf. Seine Gesamtvergütung auf der Insel (2015–2024) dürfte mehr als 100 Millionen Euro betragen haben. Wie einträglich Klopps Job beim Getränkekonzern Red Bull sowie seine gefühlt eine Million Werbepartnerschaften sind, beantwortet Christoph ebenso wie die Frage, auf welche Weise Klopp die ganze Kohle über sein Family-Office verwaltet. Fun Fact: Über seine Beteiligungen hat Klopp Verbindungen zu Helene Fischer (41) und Luigi Berlusconi (37) geknüpft. Alles über die Millionengeschäfte des kommenden Bundes-Jürgen Klopp lesen Sie hier.
Die Optik stimmt: Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp weiß sich zu vermarkten
Foto: Jan Woitas / dpaWas Sie in Ihrer Karriere voranbringt:
Sie sehen sich eher als Topmanager und nicht als Bundestrainer? Dann sollten Sie das Akronym SHREK kennen. Kaum ein Spitzenposten in der deutschen Wirtschaft wird besetzt, ohne dass ein Headhunter die Hand im Spiel hatte. Mit ihrem fein gesponnenen Kontaktnetz in Führungsetagen können die Consultants Talenten den Weg zu einer Topkarriere ebnen, wie meine Kollegin Eva Buchhorn bestätigt. Die fünf Topadressen sind Spencer Stuart, Heidrick & Struggles, Russell Reynolds, Egon Zehnder und Korn Ferry – SHREK eben. Aber auch Gespräche mit spezialisierten deutschen Boutiquen lohnen sich häufig: Wer selbst Kontakt zu Headhuntern aufnehmen will, sollte ein paar Regeln beherzigen – und zielbewusst vorgehen. So beschleunigen Headhunter Ihre Karriere.
Meine Empfehlung für den Abend:
Zoff um die Zeppelin-Zulage: Mitarbeiter von ZF kämpfen um ihre als „Drehkreuz-Prämie“ verspottete übertarifliche Extrazahlung
Foto: Felix Kästle / dpaDeutschland muss sich von vielen lieb gewonnenen Traditionen verabschieden. Von der Rente mit 63. Von der Mitversicherung der Ehepartner in der GKV. Von einigen Beamtenprivilegien (nein, so mutig ist die Koalition dann doch nicht). Beim krisengeschüttelten Autozulieferer ZF Friedrichshafen steht nun die legendäre „Zeppelin-Zulage“ vor dem Aus, wie mein Kollege Christoph Seyerlein erfahren hat: Das Management will die intern auch als „Drehkreuz-Prämie“ bekannte, nicht leistungsbezogene Extrazahlung streichen, die zwischen 7 und 13 Prozent des monatlichen Bruttolohnes für ZF-Beschäftigte in Friedrichshafen ausmachen kann. Benannt ist die übertarifliche Prämie nach Ferdinand Graf von Zeppelin, und der ZF-Betriebsrat um Betriebsratschef Achim Dietrich (58) will um sie kämpfen. „Wir wollen Leistung belohnen – nicht den Gang durchs Drehkreuz“, entgegnete ein ZF-Manager scharf – und setzte damit den Ton für einen heißen Herbst in Friedrichshafen. Alles zum Zoff um die Zeppelin-Zulage bei ZF lesen Sie hier.
Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter [email protected] .
Diesen Newsletter finden Sie auch auf unserer Website.