Von shakira bis Jerry Cotton : Fünf Köpfe, auf die Sie diese Woche achten sollten
Mit welcher Lektüre stehen Leser „permanent unter Spannung“? Manchmal in der F.A.Z., wenn es um unerquickliche Themen geht, immer aber in den Jerry-Cotton-Heften – jedenfalls verspricht dies Bastei-Lübbe. Der legendäre FBI-Agent ist in Wahrheit kein Amerikaner, sondern ein deutscher Exportartikel. 1954 erfand ihn der Henkel-Mitarbeiter Delfried Kaufmann, der mit seiner „Juxfigur Jeremias Baumwolle“ zunächst eher auf Krimiparodie zielte. Später geschrieben von weit mehr als 100 Autoren, brachte es Cotton dennoch auf eine Karriere von erstaunlicher Langlebigkeit, gut 930 Millionen verkaufte Exemplare und Kinofilme mit George Nader und Christian Tramitz. Wenn Bastei-Lübbe am Dienstag seine Geschäftszahlen vorstellt, steht der „G-Man“ freilich nicht mehr im Mittelpunkt. Vielleicht ist sein vom Verlag als „ungezwungen“ gerühmter Stil heute einfach zu ungezwungen.
Shakira
Was haben Shakira und Madonna gemeinsam? Klar, sie sind Weltstars und seit Jahrzehnten im Showgeschäft erfolgreich. Nun kommt noch ein Auftritt hinzu, der selbst für ihre Verhältnisse außergewöhnlich ist. Im Endspiel der Fußball-WM gestalten die beiden Popikonen sowie die K-Pop-Gruppe BTS am Sonntag die Halbzeitshow im Metlife-Stadion in East Rutherford bei New York. Shakira hat mit Weltmeisterschaften reichlich Erfahrung gesammelt. Das diesjährige „Dai Dai“ ist nach „Waka Waka“ (2010) und „La La La“ (2014) ihr dritter Turniersong. Der Auftritt mitten im Finale ist allerdings eine Premiere – eine, die Fußballpuristen nicht gefallen dürfte.
Cygnus olor
Was ist die verschrobenste Tradition im Vereinigten Königreich? Die Schwanenzählung auf der Themse hat zumindest gute Chancen auf einen Spitzenplatz. Von Montag bis Freitag ist eine Flotte traditioneller Ruderboote auf dem Fluss unterwegs, besetzt von „Swan Uppers“ in scharlachroten Ruderhemden, angeführt vom königlichen „King’s Swan Marker“. Sobald eine Familie von Höckerschwänen (Cygnus olor) in Sicht kommt, wird sie mit den Booten umringt und aus dem Wasser gehoben. „Schwäne werden natürlich nicht mehr gegessen, aber das ‚Swan Upping‘ findet nach wie vor einmal im Jahr auf der Themse statt“, klärt die Homepage der Royals über das seit Hunderten von Jahren zelebrierte Ereignis auf. Das „natürlich nicht“ wird noch unterstrichen von der Erkenntnis, dass die fünftägige Zeremonie heute „zwei klaren Zielen“ dient: Artenschutz und Aufklärung. Danke, Charles.
Kristina Hammer
Ist Salzburg tatsächlich ein Intrigantenstadl? Mancher Experte hegt daran keine Zweifel. Rund um das international renommierteste Opern- und Musikfestival, die Festspiele, sind seit Jahren Machtkämpfe im Gange. Und davon ist Festspielpräsidentin Kristina Hammer nicht ausgenommen. Die Querelen um den kürzlich abgesetzten Intendanten Markus Hinterhäuser werden auch ihr angelastet, zu ihm pflegte sie ein äußerst angespanntes Verhältnis. Am Freitag beginnen die Salzburger Festspiele, am 26. Juli findet mit der Premiere von Bizets „Carmen“ die offizielle Eröffnung statt. Hammers Vertrag läuft zum Jahresende aus, sie würde gerne weitermachen. Aber die Stelle ist ausgeschrieben, mehr als zwei Dutzend Interessenten haben sich schon gemeldet. Warum sollte das Leben auch weniger dramatisch sein als die Kunst?
Michael Traut
Die Bundeswehr und außerirdische Ambitionen? Das scheint nicht zusammenzupassen. Und doch: Vor fünf Jahren stellte die damalige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer das Weltraumkommando der Bundeswehr offiziell in Dienst. Es gehört zur Luftwaffe und ist nach Darstellung der Streitkräfte „der zentrale Kompetenzträger der Bundeswehr für die Planung und Führung von Weltraumoperationen“. An den Krieg der Sterne oder ein Raumschiff Enterprise mit Bundeswehrsignet denkt die von Generalmajor Michael Traut geführte Einheit dabei allerdings nicht. Vielmehr geht es um sichere Satelliten, Risiken durch Weltraumschrott oder die militärische Nutzung des Weltraums. Auch im All bleibt die Bundeswehr also ziemlich bodenständig.