Von El Mayo bis Philipp Navratil : Fünf Köpfe, auf die Sie diese Woche achten sollten

Von Ex-Drogenboss El Mayo bis Nestlé-Chef Philipp Navratil: Wer von Montag bis Sonntag eine Rolle spielt – und warum.

Gerhard Karner

Worauf würden viele Einwohner Braunaus wohl lieber verzichten? Auf die Tatsache, dass Adolf Hitler einer der ihren war. Über das Geburtshaus des Diktators in der oberösterreichischen Gemeinde direkt an der deutschen Grenze wird seit Jahren diskutiert. Bis 2011 beherbergte das Gebäude unter anderem eine Behinderteneinrichtung. 2016 wurde die Eigentümerin enteignet. Seitdem überlegt Österreich, was es mit dem schwierigen Erbe anfangen soll. Die Entscheidung ist gefallen, und am Mittwoch wird sie umgesetzt: Im Beisein des zuständigen Innenministers Gerhard Karner zieht dort dann die Polizei ein. Sie dürfte länger in dem Haus bleiben als Hitler selbst: Die Familie zog 1892 mit dem Dreijährigen nach Passau um.

Ismael Zambada

Wer ist El Mayo? Ein Mexikaner, der mit Heroin, Kokain und Fentanyl reich wurde. Der 76 Jahre alte Mann, der mit bürgerlichem Namen Ismael Zambada heißt, galt jahrzehntelang als einer der mächtigsten Drogenbosse im Land und Mitgründer des berüchtigten Sinaloa-Kartells. Seit zwei Jahren sitzt Zambada in amerikanischer Haft. Er war 2024 – über die Umstände kursieren unterschiedliche Versionen – in die USA ausgeflogen und dort festgenommen worden. Seitdem wartet Zambada auf sein Urteil. Es soll am Montag fallen. Zambada hatte sich des Drogenhandels und der Führung eines kriminellen Unternehmens für schuldig bekannt, über seinen Anwalt Reue bekundet und damit eine lebenslange Haft in Kauf genommen.

John Charles Fields

Hatte Alfred Nobel kein Interesse an Mathematik? Man weiß es nicht genau. Aber Fakt ist: In seinem Testament sah er lediglich Preise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden vor. Mathematiker gehen trotzdem nicht leer aus. Ein ähnliches Renommee wie der Nobelpreis hat die alle vier Jahre vergebene Fields-Medaille – benannt nach ihrem Stifter, dem kanadischen Mathematiker John Charles Fields, der sich als Organisator und Förderer der Wissenschaft einen Namen machte. Am Donnerstag werden auf dem International Congress of Mathematicians (ICM) in Philadelphia die nächsten Preisträger bekanntgegeben. 2022 erhielt unter anderem die ukrainische Mathematikerin Maryna Viazovska eine Fields-Medaille – für ihren spektakulären Beweis zur dichtesten Kugelpackung in acht Dimensionen. Und das, wo viele Menschen schon mit drei Dimensionen ihre Probleme haben.

Bruno Taut

Gibt es tatsächlich mehr als 1000 Welterbestätten rund um den Globus? Ja, die Weltkulturorganisation UNESCO listet sogar 1248 Orte auf, davon 972 Kulturerbe-, 235 Naturerbe- und 41 gemischte Stätten. Aufgenommene Kandidaten profitieren von mehr Schutz, mehr Prestige und mehr Tourismus. Dafür müssen sie sich an strenge Auflagen halten. In dieser Woche, wenn das Welterbekomitee in Südkorea tagt, erhält die elitäre Liste weitere Zugänge, voraussichtlich auch aus Deutschland. Die Waldsiedlung Zehlendorf gehört zu den Nominierten. Es handelt sich um eine von dem Architekten Bruno Taut mit entworfene Bauhaussiedlung mit klaren Linien und vielen Farben im Südwesten Berlins. Während sich viele über eine Aufnahme freuen würden, gibt es auch Bedenken. Anwohner sorgen sich, dass die Mieten steigen könnten – und das, wo die Siedlung anfangs für die Arbeiter- und Mittelschicht konzipiert war.

Philipp Navratil

Langeweile bei Nestlé? Keineswegs: Zurückgerufene Babynahrung, Ärger um aufbereitetes Mineralwasser, ein rückläufiger Gewinn im vergangenen Jahr und dazu ein Personalkarussell an der Spitze – die Schweizer hatten zuletzt keinen Mangel an spannenden Themen, nicht immer zur Freude der Investoren. Wenn der Lebensmittelriese am Donnerstag seine Halbjahreszahlen vorlegt, dann hören sie genau zu, was der erst seit September amtierende Konzernchef Philipp Navratil zu sagen hat. Er ist gerade dabei, den Konzern einfacher aufzustellen, und setzt angesichts sinkender Geburtenraten verstärkt auf Katzen und Hunde. Ein Bereich mit erheblichem Wachstumspotential, glaubt Navratil, seien Tierhalter doch zunehmend bereit, mehr Geld für ihre Lieblinge auszugeben, ‌da sie immer häufiger als vollwertige Familienmitglieder angesehen würden.