„The Chapel“ von Vinklu : Kapellchen zu Ehren der Kaffeebohne

Überraschung geglückt: eben noch übersehene Restfläche, heute Anziehungspunkt. In Bukarest zeigt die Filiale einer Kaffeerösterei, was in den Nischen unserer Städte möglich ist.

Ein Coffeeshop, der an eine Kapelle erinnert, ist weniger abwegig, als es spontan erscheinen mag. Ist doch um die Kaffeebohne und die Frage, wie man sie röstet und genießt, ein ans Kultische grenzender Trend entstanden. Ob in Helsinki oder Nairobi, in Frankfurt oder Seoul – überall eröffnen lokale Röstereien, die sich der Kaffeekirsche und ihrer Frucht, der Bohne, mit heiligem Ernst widmen. Kontemplativ zubereiteter „Cold Brew“ und kontrollierte Fermentation von Arabica oder Robusta etwa mit Zugaben von Erdbeere oder Zimt machen jeden Schluck aus Omis Kaffeemaschine oder dem Vollautomaten im Büro zum unverzeihlichen Fehltritt. Ob man sein Heil bei der Siebträgermaschine oder dem Handfilter sucht, ist im Zweifelsfall eine Glaubensfrage. Sündhaft sind in den Shops allein die Preise. Ist es da nicht konsequent, eine Filiale wie die von Boiler Coffee in Bukarest in Gestalt eines kleinen Andachtsraums zu gestalten?

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