McDonald’s, Starbucks, Burger King und Co. Das sind die Giganten des globalen Fast-Food-Geschäfts

Es ist gar nicht so leicht zu ermitteln, welche Organisation mehr Boykottaufrufe gesammelt hat: die Fifa oder McDonald’s? Was sie eint, ist die globale Strahlkraft, die vor allem bei der WM nicht zu übersehen ist. Auf ungezählten Banden der Fußballstadien leuchtet das gelbe M, Spielerikonen wie Lamine Yamal (18), Bastian Schweinsteiger (41) oder David Beckham (51) prangen auf Colabechern . Fast Food ist zwar Gift für den Fitnesswert, aber durch die Fußball-WM hoffen die Anbieter auf ordentlich Rückenwind – trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft.

Weltweit wird das Volumen des Geschäfts auf 808,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr geschätzt; manch einer erwartet, dass der Markt bis spätestens 2034 sogar auf 1,3 Billionen Dollar wächst . Die wichtigste Region spielen dabei die USA – allein dort könnten in diesem Jahr rund 491,65 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Als neue Wachstumsregion gilt der asiatisch-pazifische Raum, wo in prosperierenden Großstädten die Mittelschicht wächst und sich Burger und Chicken-Wings zunehmend leisten kann.

Nur an der Börse ging es zuletzt abwärts. Die Zutaten Inflation, hohe Energiepreise und Konsumzurückhaltung sind ein schlechtes Rezept für steigende Kurse. „Die Kaufzurückhaltung ist spürbar“, sagt Markus Suchert, Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband der Systemgastronomie in Deutschland gegenüber dem manager magazin. „Viele Unternehmen reagieren mit preislich attraktiven Angeboten, Aktionen und Menüs, um preissensible Gäste anzusprechen.“ Das manager magazin stellt die größten Ketten vor.

McDonald's: Wachsen um jeden Preis

Überzeugt Warren Buffett nur beim Frühstück: McDonald’s-CEO Chris Kempczinski wirbt um Investoren

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Besonders beobachtet wird dabei die Strategie von Chris Kempczinski (57). Als CEO von McDonald’s muss er den weltweiten Marktführer durch die schwierige Zeit manövrieren. Und Kempczinski gibt sich optimistisch. „Unsere Menüinnovationen bieten den Kunden genau das, was sie sich wünschen“, frohlockte er bei der Präsentation der Quartalszahlen für die ersten drei Monate dieses Jahres.

Der Umsatz von McDonald’s stieg in diesem Zeitraum systemweit um 11 Prozent, so der Konzernchef. Der Trend aus dem Vorjahr wurde also beibehalten. Man habe den Kunden zugehört und günstigere Menüs um 5 Dollar ins Angebot genommen, hatte Kempczinski schon bei der Präsentation der Jahreszahlen gesagt. In Deutschland warb der börsennotierte Konzern zudem mit der gesenkten Mehrwertsteuer für die Gastronomie, die man weitergeben wollte.

Mit Erfolg: Mit 139 Milliarden Dollar systemweitem Jahresumsatz (also inklusive aller Franchisefilialen) übertraf McDonald’s 2025 die Erwartungen deutlich. Rund 95 Prozent der insgesamt 45.700 Filialen sind Franchisebetriebe. Hauptinvestoren des Fast-Food-Giganten sind neben anderen institutionellen Investoren die Fondsriesen Vanguard Group und BlackRock mit ihren unzähligen Investmentvehikeln. Investmentlegende Warren Buffett (95) hingegen wird nachgesagt, morgens bei McDonald’s zu frühstücken. Investiert in McDonald’s ist er jedoch aktuell nicht.

Und so wird es wohl bleiben. Denn Kempczinski rechnet mit einer spürbaren Verlangsamung des Umsatzwachstums. Die Stimmung der Konsumenten werde etwas schlechter, und der Irankrieg erhöhe das Inflationsrisiko weiterhin. Sein Konzept dagegen? Die Qualität erhöhen, wie es in einer Direktive von Anfang Juni heißt. Kunden dürfen beispielsweise neuerdings bei einigen Angeboten zusätzliche Zutaten wählen. Auch von der Fußball-WM erhoffte man sich einen Schub.

Starbucks: Zurück zu den Wurzeln

Stark in der Heimat: Starbucks-CEO Brian Niccol treibt das Wachstum in den USA voran

Foto: Allison Dinner / EPA

Starbucks, die nach Umsatz weltweit zweitgrößte Fast-Food-Kette, reagiert anders auf die schwierige Lage: Weil das Geschäft in den wichtigsten Märkten, den USA und in China, schwächelte, schloss CEO Brian Niccol (52) im vergangenen Jahr einige Dutzende Filialen. Niccol setzt zwar weiterhin auf Wachstum, will sich dabei aber vor allem auf die USA als wichtigsten Markt fokussieren. An Preisnachlässe machte er sich zunächst nicht. Stattdessen sorgte er mit seiner Aussage in einem Podcast des „Wall Street Journals“ für Kritik, als er den Preis für eine Tasse Kaffee mit 9 Dollar als ein „erschwingliches Premiumerlebnis“ bezeichnete.

Im Rahmen der „Back to Starbucks“-Strategie verkündete Niccol Mitte Mai dieses Jahres zudem eine dritte Entlassungsrunde, die besonders Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale betraf. Starbucks zählt mehr als 40.000 Filialen weltweit, von denen rund 52 Prozent vom Unternehmen direkt betrieben werden. Laut Geschäftsbericht machten sie rund 83 Prozent des Jahresumsatzes aus, der Rest wird aus Lizenzfilialen und aus Verkäufen im Handel generiert. Der Konzernumsatz lag 2025 bei 37,18 Milliarden Dollar . Wichtigste Aktionäre sind die Fonds der Investmentriesen Vanguard und BlackRock.

Yum Brands: Fettiges für die Welt

Expansionskurs: Taco Bell soll in diesem Jahr auch nach Deutschland starten

Foto: © Fred Prouser / Reuters/ REUTERS

Fast-Food-Riese Yum Brands hält dagegen am internationalen Expansionskurs fest. „Raise the B.A.R.“ hat CEO Chris Turner (51) als für die Fast-Food-Ketten der Gruppe ausgerufen – die Messlatte soll höher gelegt werden. Erst im Oktober vergangenen Jahres hatte er die Nachfolge des zurückgetretenen David Gibbs übernommen, der nach 36 Jahren in verschiedenen Positionen bei Yum Brands zurückgetreten war.

Zum Portfolio der börsennotierten Holding gehörten bis vor Kurzem die Schnellrestaurants Kentucky Fried Chicken (KFC), Pizza Hut, Habit Burger & Grill und Taco Bell. Während Taco Bell gerade den Einstieg in Deutschland vorbereitet, hieß es für das schon länger kriselnde Pizza Hut Abschied nehmen. Für 2,7 Milliarden Dollar ging die Pizzakette ohne ihr Chinageschäft im Juni an die Private-Equity-Gesellschaft Longrange Capital. Das Chinageschäft soll für 1,2 Milliarden Dollar an die 2016 ausgegliederte Gesellschaft Yum China verkauft werden.

CEO Turner will sich nun aufs Kerngeschäft konzentrieren – allen voran KFC und Taco Bell. Neue Restaurants sind unter anderem für die Tex-Mex-Kette in Städten wie Frankfurt, Stuttgart und Köln geplant, bestätigte ein Sprecher gegenüber dem manager magazin. Aber auch München, Nürnberg und Passau stehen auf dem Plan, wie inzwischen bekannt wurde. Allein für Taco Bell zählt der Franchisekonzern derzeit 9021 Restaurants weltweit. Die weit größere Kette bleibt jedoch KFC mit 34.332 Niederlassungen in 145 Ländern, ein Plus von 2334 im Vergleich zum Vorjahr.

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Noch bei der Vorlage der ersten Quartalsbilanz 2026 brach Turner nicht in Jubelarien aus. Zwar stieg der Systemumsatz im ersten Quartal um 6 Prozent . Doch das Management warnte, dass zahlreiche Faktoren die Ergebnisse übers Jahr noch beeinflussen könnten – sei es im Bereich Lebensmittelsicherheit, Verschlechterung der Gesundheitslage, Arbeitskräftemangel oder externe Ereignisse. Analysten war zu diesem Zeitpunkt schon aufgefallen, dass in den gezeigten Charts Pizza Hut nur eine untergeordnete Rolle spielte. Turner will nun auch von künstlicher Intelligenz profitieren, genauere Angaben machte er dazu nicht. 2025 lag der konsolidierte Umsatz des Börsenkonzerns bei 8,2 Milliarden Dollar . 73 Prozent der Anteile liegen in der Hand von institutionellen Aktionären, darunter sind JP Morgan Investment und BlackRock die größten.

Subway: Private Equity hat zugegriffen

Kriselnde Geschäfte: Jonathan Fitzpatrick soll Subway wieder auf Kurs bringen

Foto: Andrew Winning / REUTERS

Die Fast-Food-Kette Subway zählt im Gegensatz zu Yum Brands nur um die 37.000 Filialen. 2024 hatte die US-amerikanische Private-Equity-Firma Roark Capital Group die Sandwichkette für stattliche 9,6 Milliarden Dollar übernommen. Mitte 2025 wurde Jonathan Fitzpatrick als neuer CEO an die Spitze gesetzt. Seine Aufgabe: Die kriselnde Sandwichkette wieder auf Kurs bringen.

Fitzpatrick legte los: Kosten und Abläufe wurden restrukturiert, Hunderte Filialen geschlossen, aber auch neue eröffnet. Subway wächst dabei vor allem im Ausland und nicht in den heimischen USA. Im April dieses Jahres führte das Unternehmen ähnlich wie McDonald’s günstigere Menüangebote ein.

Subway verdient als überwiegendes Franchiseunternehmen sein Geld mit Lizenzgebühren und aus Rabattgeschäften, die mit Lieferanten vereinbart werden. Laut „Franchise Disclosure Document“ (FDD) lag der Jahresüberschuss im vergangenen Jahr bei 688 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor waren es nur 15,5 Millionen Dollar, heißt es im US-Branchenblatt „Restaurant Business“ . Gleichzeitig warnt das Medium, dass Subway einen riesigen Schuldenberg vor sich herschiebe, der beim Kauf der Sandwichkette durch Roark entstanden sei. Laut „Restaurant Business“ beliefen sich die Schulden Ende 2025 noch auf 5,7 Milliarden Dollar . Systemweit wird der Umsatz auf rund 17 Milliarden Dollar geschätzt .

Finanzinvestor Roark ist in der Restaurant- und Food-Branche kein Unbekannter. Zum Portfolio gehören etliche weitere Ketten wie Dunkin’, Jamba oder Jimmy John’s. Das von der Gesellschaft verwaltete Vermögen beläuft sich nach eigenen Angaben auf rund 41 Milliarden Dollar .

Burger King: China soll erobert werden

Dickschiff: Burger King veredelt den „Whopper“

Foto: Jörg Carstensen/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Wer an Fast Food denkt, kommt an Burger King nicht vorbei. Die Franchise-Kette, in Deutschland immerhin auf Platz zwei, verfügt über rund 19.900 Filialen in mehr als 120 Ländern und kam im vergangenen Jahr auf einen systemweiten Umsatz von rund 29,4 Milliarden Dollar. Hinter Burger King, von dem es allein in Deutschland 760 Restaurants gibt, steckt der kanadische Riese Restaurants Brands International (RBI) mit einem Jahresumsatz von rund 46,8 Milliarden Dollar .

Zu dessen Portfolio gehören neben Burger King noch die Ketten Tim Hortons, Popeyes und Firehouse Subs, die überwiegend in Kanada und den USA zu finden sind. Angeführt wird der Konzern von Josh Kobza, der vor seinem CEO-Job schon bei Burger King als CFO aktiv war. RBI-Hauptgesellschafter ist die brasilianisch-amerikanische Investmentgesellschaft 3G Capital.

Die insgesamt rund 33.400 Filialen über alle Marken hinweg werden zu 95 Prozent als Franchise geführt. Eines der Ziele, das Kobza zuletzt bei der Präsentation der Zahlen hervorhob, ist die Expansion von Burger King in China. Dafür war der Konzern im vergangenen Jahr ein Joint Venture in China eingegangen. Gleichzeitig setzt RBI auf Restrukturierung. Schwächere Filialen werden geschlossen, bestehende modernisiert.

Neben günstigen Angeboten setzt Burger King für den „Whopper“ seit einiger Zeit auf Veredelung durch Extras und war damit für kurze Zeit McDonald’s voraus. Darüber hinaus soll das neu eingeführte Kindermenü passend zum Film „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ verstärkt Familien anlocken.

Chick-fil-A: Profitabler ist kaum jemand

Dass der US-Markt Taktgeber der Fast-Food-Branche ist, wird an der in Deutschland kaum bekannten Kette Chick-fil-A deutlich. Systemweit soll das Familienunternehmen 2024 einen Umsatz von 22 Milliarden Dollar gemacht haben. Es gehört damit zu den Topunternehmen nach Umsatz. Dabei zählt Chick-fil-A nur etwas mehr als 3000 Filialen, überwiegend in den USA.

Die Fast-Food-Kette ist seit der Gründung 1967 im Besitz der Familie Cathy und gilt als eine der profitabelsten in den USA. Die konservativ-christliche Attitüde von Chick-fil-A kommt auch in der MAGA-Bewegung unter US-Präsident Donald Trump (80) gut an.

Was die Kette auszeichnet: Chick-fil-A hat eine simpel gehaltene Speisekarte, konzentriert sich auf Hühnchenfleisch, garantiert eine hohe Qualität und hat sonntags traditionell geschlossen. Die Immobilien und Grundstücke der Filialen gehören dem Unternehmen und werden an die Betreiber vermietet. In diesem Jahr feiert die Kette nun ihr 80-jähriges Bestehen – gleichzeitig mit dem 250. Jubiläum der USA. Das wird nicht nur mit wieder aufgenommenen beliebten Menüs und wechselnden Kuscheltieren gefeiert, sondern die Filialbetreiber sollen sich auch bei jeweiligen örtlichen ehrenamtlichen Initiativen engagieren. Ganz unter dem Motto „das fürsorgliche Unternehmen“.

Mixue Ice Cream & Tea: Größer als McDonald's

Wer sich die größten Fast-Food-Ketten der Welt anschaut, kommt auch an der chinesischen Kette Mixue Ice Cream & Tea nicht vorbei – zumindest was die Anzahl der Filialen angeht. Das erst 1997 in China gegründete Unternehmen übertrifft mittlerweile mit rund 60.000 Filialen weltweit (Stand Ende 2025) sogar McDonald’s. Die seit vergangenem Jahr börsennotierte Kette verkauft Bubble-Tea und Eis zu Tiefpreisen und kann gerade in preissensiblen Zeiten punkten.

Erste Geschäfte wurden bereits in den USA eröffnet. Expansion ist das Ziel. Hauptstandorte bleiben aber China sowie asiatische Länder wie Vietnam, Thailand und Malaysia. In Europa wurden erst wenige Testfilialen in Frankreich eröffnet. Avisiert ist angeblich auch der Schritt in den Nahen Osten.

Mixue Ice ist eine 100-prozentige Tochter der Mixue Group, die mit rund 35 Prozent der Anteile von den beiden Brüdern Zhang Hongchao und Zhang Hongfu kontrolliert wird. Der Jahresumsatz von Mixue Group lag 2025 bei rund 4,7 Milliarden Dollar, nach 3,7 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Die Qualität erhöhen sowie weitere Eigenmarken entwickeln, so lautete die Devise Anfang 2026. Im preissensiblen Umfeld dürften die Gründer damit punkten können.