Energietechnikkonzern : Siemens Energy nennt sich in Omterra um

Der Name des früheren Mutterkonzerns hat im Ausland Vorteile. Doch dafür waren im vergangenen Jahr 300 Millionen Euro an Gebühren fällig.

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy wird künftig Omterra heißen. Das teilte das Unternehmen am Dienstagnachmittag mit. Die Namensänderung war erwartet worden, weil beide Seiten vom Jahr 2027 an ein Kündigungsrecht haben. Der Name des früheren Mutterkonzerns war für Siemens Energy im Ausland ein großer Vorteil, weil er zum Beispiel in den arabischen Ländern Türen öffnete. Gleichzeitig sorgte er regelmäßig für Verwechslungen und täuschte darüber hinweg, dass die Verbindungen zwischen den beiden Konzernen deutlich lockerer wurden.

So ist die Siemens-Beteiligung seit der Abspaltung im Jahr 2020 von 35 auf inzwischen rund fünf Prozent gesunken. Für Siemens Energy war der Name des Mutterkonzerns zudem kostspielig: Im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 (per 30. September) mussten dafür gut 300 Millionen Euro an Gebühren überwiesen werden. Nun leitet der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch die Vorbereitungen für die Namensänderung ein. Nach Angaben des Unternehmens ist der Grund für die Umbenennung der zeitlich begrenzte Lizenzvertrag zur Nutzung der Marke.

Richtiger Zeitpunkt

Künftig sollen die heutigen Unternehmen Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy unter einem gemeinsamen Namen und Markendach zusammengeführt werden: Omterra. Der Beginn der Umfirmierung sei für dieses Kalenderjahr geplant und werde schrittweise erfolgen. „Seit unserem Börsengang war klar, dass uns die lizenzierte Marke Siemens Energy für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen würde“, sagte Bruch. Heute sei Siemens Energy strategisch, operativ und finanziell gut aufgestellt.

Nach der Krise infolge der Milliardenverluste der Windkrafteinheit Siemens Gamesa im Herbst 2023 hat sich der Energietechnikkonzern deutlich erholt und konnte für das abgelaufene Geschäftsjahr erstmals eine Dividende an die Aktionäre zahlen. Diese Entwicklung spiegelt auch der beeindruckende Anstieg des Aktienkurses wider. Im Herbst 2023, auf dem Tiefpunkt der Krise, notierte die Aktie zeitweise unter sieben Euro, am Dienstagnachmittag waren es mehr als 150 Euro. Für Bruch ist nun der richtige Zeitpunkt, den Übergang zu einer eigenen Marke einzuleiten.