Eiscremekonzern : Magnum wehrt mit soliden Zahlen Private Equity vorerst ab

Bis vor Kurzem gehörte der Eiscremehersteller zu Unilever. Im Dezember ging er an die Börse. Den Aktienkurs muss er in die Höhe treiben, denn Finanzinvestoren lauern. Kosten für die Abspaltung drücken die Marge.

Magnum hat im ersten vollen Halbjahr als eigenständiges Unternehmen den Test des Marktes bestanden. Der größte Eiscremehersteller der Welt setzte in den ersten sechs Monaten mehr ab und erhöhte die Preise. Das Zahlenwerk ist mehr als nur der übliche Quartalsbericht: Der Börsenneuling steht seit Tag eins seiner Unabhängigkeit unter besonderem Druck, weil Private Equity in der Vergangenheit Interesse hatte und weiterhin lauert.
Wie sensibel der Aktienkurs auf neue Geschäftszahlen reagiert, hatte sich im Februar gezeigt, als die Zahlen für 2025 bekannt wurden: Um ein Sechstel stürzte der Kurs am Tag der Veröffentlichung ab. Am Donnerstag reagierten Investoren nun milde, am frühen Nachmittag notierte der Kurs ein Prozent über Vortagesschluss bei 16,30 Euro. Das nimmt sich einerseits gut aus in Relation zum Referenzpreis von 12,20 Euro, mit dem das Papier im Dezember in den Amsterdamer Handel ging – aber mäßig verglichen damit, wie sich Magnum kurz vor der Abspaltung von Unilever selbst bewertet hatte. In einem Bericht an die US-Börse hatte das Unternehmen etwa 18,30 Euro je Papier veranschlagt.

Private Equity hatte den Eiskonzern schon mal erwerben wollen

Aus dieser Perspektive ist Magnum weiterhin unterbewertet und damit anfällig für eine Übernahme. Unilever hatte ursprünglich mit Finanzinvestoren darüber verhandelt, die damalige Tochtergesellschaft zu verkaufen, statt sie an die Börse zu bringen. Für Interessenten war die Bewertung damals allerdings schwierig zu ermitteln, denn einen vergleichbaren börsennotierten Konkurrenten gab es nicht. Kenner sehen Vorstandschef Peter ter Kulve in den ersten paar Quartalen der Unabhängigkeit nun unter besonderem Leistungsdruck. Reuters meldete im Mai, Blackstone und CD&R dächten über eine Übernahme nach. Das war vage formuliert, der Kurs schoss damals dennoch in die Höhe.

Magnum bietet außer der namensgebenden Kernmarke auch Ben & Jerry’s, Cornetto und die „Herz-Marke“, unter deren Dach in Deutschland Langnese erhältlich ist. Der um Zukäufe bereinigte Umsatz stieg stärker als von Analysten prognostiziert, nämlich um 4,7 Prozent, etwa je zur Hälfte bedingt durch mehr Absatz und durch höhere Preise. „Alle Regionen sind gewachsen“, sagte ter Kulve. Der bereinigte operative Gewinn zog leicht unterproportional auf 880 Millionen Euro an. Entsprechend sank die Marge. Sie wird den Angaben zufolge auch durch Kosten belastet, die als Folge der Abspaltung anfallen. Magnums größter Konkurrent ist Froneri, ein Gemeinschaftsunternehmen von Nestlé und dem Finanzinvestor PAI Partners.