Business-Ticker : Berlin knüpft US-Übernahme von Hanauer Magnethersteller wohl an Auflagen

Eine Tonne mit Chips aus einer Legierung für Dauermagnete mit Seltenen Erden stehen vor dem Mahlen in einer Halle der Vacuumschmelze GmbH in Hanau.Frank Rumpenhorst

Firmen klagen gegen Trumps neue Zölle +++ Nvidia und SK Group starten KI-Initiative über 500 Milliarden Dollar +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Regierung knüpft US-Übernahme von Hanauer Magnethersteller wohl an Bedingungen

Die Bundesregierung wird einem Medienbericht zufolge die geplante Übernahme des Magnetherstellers Vacuumschmelze (VAC) durch ​das US-Bergbauunternehmen Energy Fuels an Auflagen knüpfen. Die Bedingungen seien Teil einer laufenden Investitionsprüfung des 1,9 Milliarden Dollar ⁠schweren Zukaufs, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums teilte am Samstag mit: „Mir liegen derzeit keine Erkenntnisse dazu vor."

Es sei unwahrscheinlich, dass die Bundesregierung die Übernahme untersage, sagten ‌die Insider laut Bloomberg. Sie dürfte jedoch Zugeständnisse fordern, um sicherzustellen, dass das Werk des Unternehmens im Raum Frankfurt für das Geschäft von zentraler Bedeutung bleibe. Das Unternehmen aus dem hessischen Hanau ist einer ‌der wenigen Produzenten von Magneten ‌aus Seltenen Erden außerhalb Chinas. Die USA und ihre Verbündeten versuchen derzeit verstärkt, ihre Abhängigkeit vom Marktführer China bei kritischen Mineralien zu verringern.

Wie Bloomberg berichtete, hätten deutsche Regierungsvertreter betont, dass es sich bei der Investitionsprüfung nach den gesetzlichen Vorgaben ​um einen Routinevorgang handele, sobald Transaktionen Unternehmen in strategischen oder ⁠kritischen Wirtschaftssektoren beträfen. Das Bundeswirtschaftsministerium habe die Prüfung in einem Schreiben an einen Abgeordneten, das Bloomberg vorliege, bestätigt.

Der amerikanische Konzern Energy Fuels ​hatte Ende Juni angekündigt, den deutschen Magnethersteller Vacuumschmelze (VAC) für 1,9 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. VAC beschäftigt 3600 Mitarbeiter und beliefert mehr ⁠als 1000 ‌Kunden, darunter den Autokonzern General Motors. Mit dem Zukauf will das US-Unternehmen zu einem der weltweit größten nicht-chinesischen Produzenten von Magneten für die Luft- und Raumfahrt, Rüstungsindustrie und erneuerbare Energien aufsteigen.

Der amerikanische Konzern Energy Fuels ​hatte Ende Juni angekündigt, den deutschen Magnethersteller Vacuumschmelze (VAC) für 1,9 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. VAC beschäftigt 3600 Mitarbeiter und beliefert mehr ⁠als 1000 ‌Kunden, darunter den Autokonzern General Motors. Mit dem Zukauf will das US-Unternehmen zu einem der weltweit größten nicht-chinesischen Produzenten von Magneten für die Luft- und Raumfahrt, Rüstungsindustrie und erneuerbare Energien aufsteigen.

VAC-Chef Erik Eschen sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, er gehe davon ⁠aus, dass eine ⁠Prüfung der geplanten Übernahme stattfinde und auch andere europäische Länder das Geschäft untersuchten. Er sei offen dafür, sich zum ⁠deutschen Standort ​zu bekennen. „Dies wird ⁠kein einfacher Prozess, aber Deutschland weiß, wie wichtig ​wir sind, und wird hoffentlich die richtige Entscheidung treffen." Er sehe in ‌der Übernahme seines Unternehmens eine Chance für Deutschland, sich über die Kanäle von Energy Fuels den Zugang zu ​Rohstoffen zu sichern. Er räumte jedoch ein, dass es ​ein Risiko gebe, dass US-Kunden bevorzugt behandelt werden könnten.

US-Firmen klagen gegen Trumps neue Zölle

Zwei amerikanische Kleinunternehmen haben gegen die jüngsten Zölle von ​Präsident Donald Trump auf Waren aus 60 Partnerländern geklagt. Die neue Politik ⁠gehe wie die meisten früheren Zölle Trumps über die Befugnisse des Präsidenten zur Besteuerung von Importen hinaus, hieß es in der am Freitag beim US-Handelsgericht in ‌New York eingereichten Klageschrift, wie der Finanzdienst Reuters berichtet.

Für eine rechtliche Rechtfertigung seien detailliertere, länderspezifische Feststellungen zum Thema „Zwangsarbeit" erforderlich. Die Kläger werden von einer gemeinnützigen Rechtsgruppe unterstützt, die schon erfolgreich gegen frühere Zollrunden geklagt ‌hatte.

Die Trump-Regierung hatte am Freitag neue Zölle von zehn und 12,5 Prozent auf Waren aus 60 Handelspartnern, darunter auch die Europäische Union, verhängt. Zur Begründung hieß es, ​die Länder unternähmen nicht genug, um den ⁠Export von mit Zwangsarbeit hergestellten Waren zu unterbinden. Die neuen Abgaben wurden angekündigt, als ein vorübergehender weltweiter ​Zoll von zehn Prozent auslief. Die Zölle vom Freitag wurden nach Absatz 301 des Handelsgesetzes ⁠von 1974 verhängt, ‌der zur Bekämpfung unfairer oder diskriminierender Wirtschaftspraktiken anderer Nationen dient.

Zölle sind eine zentrale Säule der Außenpolitik Trumps. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte jedoch am 20. Februar ⁠gegen die meisten der ⁠weitreichendsten Zölle Trumps entschieden. Die Richter befanden, dass das Gesetz über internationale wirtschaftliche Notstandsbefugnisse (IEEPA) ⁠den Präsidenten nicht ​zu ⁠einseitig verhängten Zöllen ermächtige. Die Kläger argumentieren ​nun, dass Zölle nach Absatz 301 in der Vergangenheit ‌gezielt auf bestimmte Nationen und Industrien ausgerichtet waren. Trumps pauschaler Ansatz habe hingegen ​kein historisches Vorbild.

Zölle sind eine zentrale Säule der Außenpolitik Trumps. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte jedoch am 20. Februar ⁠gegen die meisten der ⁠weitreichendsten Zölle Trumps entschieden. Die Richter befanden, dass das Gesetz über internationale wirtschaftliche Notstandsbefugnisse (IEEPA) ⁠den Präsidenten nicht ​zu ⁠einseitig verhängten Zöllen ermächtige. Die Kläger argumentieren ​nun, dass Zölle nach Absatz 301 in der Vergangenheit ‌gezielt auf bestimmte Nationen und Industrien ausgerichtet waren. Trumps pauschaler Ansatz habe hingegen ​kein historisches Vorbild.

Nvidia und Südkoreas SK Group starten KI-Initiative über 500 Milliarden Dollar

Der amerikanische KI-Konzern Nvidia und ​die südkoreanische SK Group haben eine mehr als 500 Milliarden Dollar schwere KI-Initiative für große KI-Rechenzentren und Speicher der nächsten ‌Generation vorgestellt. Die Initiative umfasse eine langfristige Partnerschaft mit SK Hynix, um die Versorgung mit Speicherchips ‌der ‌nächsten Generation für Nvidia zu sichern und gemeinsam Hochleistungsspeicher für KI-Anwendungen zu entwickeln, teilte Nvidia mit.

Im Rahmen ⁠der Initiative plane SK Telecom zudem den Bau eines zwei Gigawatt ​starken KI-Rechenzentrums, das mit Nvidias Vera-Rubin-Chips und dem ⁠HBM4-Hochleistungsspeicher von SK ‌Hynix betrieben werde. Die erste Anlage solle im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Unabhängig davon wollen ⁠Nvidia, Naver ⁠und Brookfield das KI-Rechenzentrum von Naver in Südkorea ⁠erweitern.

Im Rahmen ⁠der Initiative plane SK Telecom zudem den Bau eines zwei Gigawatt ​starken KI-Rechenzentrums, das mit Nvidias Vera-Rubin-Chips und dem ⁠HBM4-Hochleistungsspeicher von SK ‌Hynix betrieben werde. Die erste Anlage solle im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Unabhängig davon wollen ⁠Nvidia, Naver ⁠und Brookfield das KI-Rechenzentrum von Naver in Südkorea ⁠erweitern.

Paramount stoppt Warner-Übernahme nach Wettbewerbsklagen

Der Hollywood-Konzern Paramount setzt den geplanten Kauf des Konkurrenten Warner Brothers nach Wettbewerbsklagen von zwölf US-Bundesstaaten und der Drehbuchautoren-Gewerkschaft vorerst aus. Die mehr als 100 Milliarden Dollar schwere Übernahme soll erst nach einer Entscheidung zu den Klagen oder spätestens am 1. Juni 2027 weiter vorangetrieben werden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. 

Der Rechtsstreit hat auch deshalb Relevanz, weil Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner Brothers gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Eine Richterin hatte den geplanten Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt, um über die Forderung der demokratisch regierten Bundesstaaten und der Drehbuchautoren nach einer einstweiligen Verfügung gegen den Vollzug der Übernahme zu entscheiden. Dabei signalisierte sie, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Mit der Aussetzung der Übernahme sind die Forderungen nach einer einstweiligen Verfügung vorerst hinfällig. Die separaten Klagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren wurden inzwischen in einem Verfahren zusammengeführt.

Der Rechtsstreit hat auch deshalb Relevanz, weil Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner Brothers gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Eine Richterin hatte den geplanten Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt, um über die Forderung der demokratisch regierten Bundesstaaten und der Drehbuchautoren nach einer einstweiligen Verfügung gegen den Vollzug der Übernahme zu entscheiden. Dabei signalisierte sie, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Mit der Aussetzung der Übernahme sind die Forderungen nach einer einstweiligen Verfügung vorerst hinfällig. Die separaten Klagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren wurden inzwischen in einem Verfahren zusammengeführt.

Trump droht EU: „wird sehr hohen Preis“ für Google-Rekordstrafe zahlen

US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union wegen einer neuen Wettbewerbsstrafe für den Google-Konzern mit erhöhten Zöllen gedroht. Die EU werde einen „sehr hohen Preis“ für die Rekordbuße von 890 Millionen Euro zahlen, erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er kündigte eine neue Zolluntersuchung gegen die EU an und begründete diese mit dem angeblichen „Ausrauben amerikanischer Unternehmen“ und damit auch der Steuerzahler.

Trump schrieb weiter, den Europäern werde „so bald wie möglich ein erheblicher Zoll auferlegt“. Die EU-Kommission hatte die Strafe gegen Google am Donnerstag verhängt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werfen dem Techkonzern unter anderem vor, bei der Anzeige von Google-Suchergebnissen eigene Dienste zu bevorzugen und damit Konkurrenten zu benachteiligen. 

Munich Re verdient mehr als erwartet

Der Rückversicherer Munich Re hat wegen geringerer Schäden im zweiten Quartal mehr verdient, als am Markt erwartet worden war. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, lag der Nettogewinn nach vorläufigen Zahlen in den drei Monaten von April bis Ende Juni bei 2,2 Milliarden Euro. Die Prognosen der Analysten lagen im Mittel bei 1,8 Milliarden Euro. ​Im Vorjahreszeitraum hatte die Münchener Rück 2,1 Milliarden Euro verdient. Die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal wird die Munich Re am 7. August veröffentlichen. 

Nach den ersten sechs Monaten liegt der Nettogewinn bei 3,9 Milliarden Euro. Damit sieht sich der Konzern auf einem guten Weg, das Gewinnziel für das Gesamtjahr von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen. Neben einer insgesamt erfreulichen Entwicklung und einer sehr geringen Belastung durch Großschäden wie zum Beispiel Naturkatastrophen berichtete die Munich Re von einem sehr starken Kapitalanlageergebnis. Dieses schlage sich auch in dem „außerordentlich guten Nettoergebnis“ des Erstversicherers Ergo von 0,3 Milliarden Euro nieder.

Nach den ersten sechs Monaten liegt der Nettogewinn bei 3,9 Milliarden Euro. Damit sieht sich der Konzern auf einem guten Weg, das Gewinnziel für das Gesamtjahr von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen. Neben einer insgesamt erfreulichen Entwicklung und einer sehr geringen Belastung durch Großschäden wie zum Beispiel Naturkatastrophen berichtete die Munich Re von einem sehr starken Kapitalanlageergebnis. Dieses schlage sich auch in dem „außerordentlich guten Nettoergebnis“ des Erstversicherers Ergo von 0,3 Milliarden Euro nieder.

An der Börse steht die Aktie der Munich Re unter Druck. Sie hat in den vergangenen zwölf Monaten zwölf Prozent an Wert verloren, weil der Markt für Rückversicherungen schwächer wird. Damit kann das Geschäft nur zu niedrigeren Preisen gezeichnet werden oder es wird darauf gänzlich verzichtet. Der Vorstand um den Vorsitzenden Christoph Jurecka strebt im laufenden Jahr einen Versicherungsumsatz von 40 Milliarden Euro an. Das Ziel ist nach Aussage von Finanzvorstand Andrew Buchanan wegen der weiterhin bröckelnden Rückversicherungspreise anspruchsvoller geworden. 

Varta stellt Insolvenzantrag

Der Batteriehersteller ​Varta hat vier Insolvenzanträge gestellt. Das ⁠bestätigte eine Sprecherin des Amtsgerichts in Stuttgart am Freitag. Die Anträge würden derzeit ‌von der zuständigen Richterin geprüft. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Donnerstag ‌erfahren, dass das ‌abermals in Schieflage geratene Unternehmen aus Ellwangen Insolvenz anmelden werde, nachdem die ​bisherigen Eigentümer, der Sportwagenbauer ⁠Porsche und der österreichische Unternehmer Michael Tojner, nicht mehr ​zu einer weiteren Kapitalspritze bereit seien. ⁠

Varta steht damit ‌vor der Zerschlagung: Die wichtigsten Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und mehrere ⁠Hedgefonds, wollen ⁠das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen, Tojner hat Interesse ⁠am Geschäft ​mit ⁠Mikrobatterien – etwa Knopfzellen ​für Hörgeräte – angemeldet.

Varta steht damit ‌vor der Zerschlagung: Die wichtigsten Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und mehrere ⁠Hedgefonds, wollen ⁠das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen, Tojner hat Interesse ⁠am Geschäft ​mit ⁠Mikrobatterien – etwa Knopfzellen ​für Hörgeräte – angemeldet.

SK-Hynix-Milliardär soll umgerechnet 566 Millionen Euro an Ex-Frau zahlen

Der südkoreanische Milliardär Chey Tae-won wurde von einem Gericht dazu verurteilt, seiner ehemaligen Ehefrau im Rahmen eines Scheidungsvergleichs 944 Milliarden Won (566 Millionen Euro) zu zahlen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die langjährige Fehde des Aufsichtsratsvorsitzenden des Großkonzerns SK, zu dem auch der Halbleiterhersteller SK Hynix gehört, und der Museumsdirektorin Roh Soh-yeong scheint sich damit ihrem Ende zuzuneigen. Das Ehepaar hatte schon 2015 die Scheidung eingereicht. Der Streit um die Vermögensaufteilung des Paares hatte sich seither hingezogen.

Sollten beide Parteien keine Berufung einlegen, wäre das am Freitag vom Oberlandesgericht Seoul verkündete Urteil die teuerste Scheidung in der Geschichte Südkoreas. Die Auszahlung würde jedoch deutlich unter den fast 1,4 Billionen Won zurückbleiben, die von Roh, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Roh Tae-woo, gefordert wurden. Analysten gehen nicht davon aus, dass das Urteil Auswirkungen auf die Kontrolle über SK Hynix haben wird.

Sollten beide Parteien keine Berufung einlegen, wäre das am Freitag vom Oberlandesgericht Seoul verkündete Urteil die teuerste Scheidung in der Geschichte Südkoreas. Die Auszahlung würde jedoch deutlich unter den fast 1,4 Billionen Won zurückbleiben, die von Roh, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Roh Tae-woo, gefordert wurden. Analysten gehen nicht davon aus, dass das Urteil Auswirkungen auf die Kontrolle über SK Hynix haben wird.

Cheys Vermögen ist im Zuge des Booms im Bereich der künstlichen Intelligenz, der eine enorme Nachfrage nach den fortschrittlichen Speicherchips von SK Hynix befeuert, sprunghaft angestiegen. Das Unternehmen rückte ins globale Rampenlicht, nachdem es Anfang Juli im Zuge eines Börsengangs in den USA 26,5 Milliarden US-Dollar eingenommen hatte – ein Rekord für einen ausländischen Emittenten. Allein im vergangenen Jahr hat sich Cheys Nettovermögen laut dem Bloomberg Billionaires Index auf rund 5,6 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.

Das Paar heiratete 1988 und vereinte damit zwei traditionsreiche südkoreanische Politik- und Wirtschaftsdynastien, bevor es gemeinsam drei Kinder bekam. Ihre Beziehung begann sich 2015 öffentlich aufzulösen, als Chey offenbarte, dass er ein Kind mit einer anderen Frau hatte. Die Geschichte fesselte die Koreaner, und das Urteil könnte einen Präzedenzfall für die Anerkennung des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines riesigen Wirtschaftsimperiums schaffen, insbesondere in Fällen der Vermögensaufteilung – ein zentrales Argument, das Roh vorbrachte und welches das Gericht berücksichtigte.

Der am Freitag vereinbarte Vergleichsbetrag liegt um fast ein Drittel unter dem Betrag, zu dessen Zahlung Chey im Jahr 2024 von einem untergeordneten Gericht verurteilt worden war. Damals hatte Roh mehr als 40 Prozent von Cheys Anteilen an SK gefordert, was seine Kontrolle über das Unternehmen in Frage gestellt hätte. Später änderte sie ihre Forderung in eine Barzahlung um. Das Gericht erklärte am Freitag, es habe bei seiner Entscheidung den Wert von Cheys Aktienbesitz berücksichtigt. Chey hatte argumentiert, seine Aktien seien geerbt und sollten nicht Teil des Vergleichs sein.

Die Aktien von SK Inc. schlossen nach einem volatilen Handel an der koreanischen Börse mit einem Minus von 3,8 Prozent. Chey hält zwar direkt keine bedeutende Beteiligung an SK Hynix, ist jedoch der größte Aktionär von SK Inc., das SK Square Co. kontrolliert, den größten Anteilseigner des Chipherstellers.

„Am Markt gab es Befürchtungen, dass er gezwungen sein könnte, seine Beteiligung zu verkaufen, doch das Urteil beseitigt einen Großteil der unmittelbaren Risiken“, sagte Jung In Yun, Geschäftsführer bei Fibonacci Asset Management Global in Singapur. Yun erklärte, es sei entscheidend, dass das Gericht Chey erlaube, die Kontrolle über SK Inc. zu behalten und die Dividenden des Unternehmens zur Begleichung des Vergleichs zu verwenden.

Das Urteil hing davon ab, wie koreanische Gerichte den Wert des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines der größten Wirtschaftsimperien des Landes bewerten würden. Roh argumentierte, dass die politische Unterstützung ihrer Familie dazu beigetragen habe, dass sich SK von einem mittelständischen Energieunternehmen zu einem der größten Konzerne Südkoreas entwickelt habe.

Der Vergleich könnte einen wichtigen Maßstab dafür setzen, wie Gerichte den Beitrag eines Ehepartners zum Vermögen bewerten, insbesondere in Scheidungsfällen, bei denen familiengeführte Unternehmen und wertvolle Beteiligungen eine Rolle spielen. Das sagte Hae Jin Lim, Partner und Rechtsanwalt bei der DongIn Law Group.

„Streitigkeiten über Unternehmensnachfolge, Scheidung und Erbschaft werden immer häufiger, da sich das Unternehmensumfeld und die Erbschaftssituation in Südkorea weiterentwickeln“, so Lim. „Auch wenn andere Unternehmen möglicherweise nicht mit denselben Umständen konfrontiert sind wie die SK-Gruppe, könnte dieser Fall als Referenz für künftige Streitigkeiten von erheblicher Bedeutung sein.“

Das Paar heiratete 1988 und vereinte damit zwei traditionsreiche südkoreanische Politik- und Wirtschaftsdynastien, bevor es gemeinsam drei Kinder bekam. Ihre Beziehung begann sich 2015 öffentlich aufzulösen, als Chey offenbarte, dass er ein Kind mit einer anderen Frau hatte. Die Geschichte fesselte die Koreaner, und das Urteil könnte einen Präzedenzfall für die Anerkennung des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines riesigen Wirtschaftsimperiums schaffen, insbesondere in Fällen der Vermögensaufteilung – ein zentrales Argument, das Roh vorbrachte und welches das Gericht berücksichtigte.

Der am Freitag vereinbarte Vergleichsbetrag liegt um fast ein Drittel unter dem Betrag, zu dessen Zahlung Chey im Jahr 2024 von einem untergeordneten Gericht verurteilt worden war. Damals hatte Roh mehr als 40 Prozent von Cheys Anteilen an SK gefordert, was seine Kontrolle über das Unternehmen in Frage gestellt hätte. Später änderte sie ihre Forderung in eine Barzahlung um. Das Gericht erklärte am Freitag, es habe bei seiner Entscheidung den Wert von Cheys Aktienbesitz berücksichtigt. Chey hatte argumentiert, seine Aktien seien geerbt und sollten nicht Teil des Vergleichs sein.

Die Aktien von SK Inc. schlossen nach einem volatilen Handel an der koreanischen Börse mit einem Minus von 3,8 Prozent. Chey hält zwar direkt keine bedeutende Beteiligung an SK Hynix, ist jedoch der größte Aktionär von SK Inc., das SK Square Co. kontrolliert, den größten Anteilseigner des Chipherstellers.

„Am Markt gab es Befürchtungen, dass er gezwungen sein könnte, seine Beteiligung zu verkaufen, doch das Urteil beseitigt einen Großteil der unmittelbaren Risiken“, sagte Jung In Yun, Geschäftsführer bei Fibonacci Asset Management Global in Singapur. Yun erklärte, es sei entscheidend, dass das Gericht Chey erlaube, die Kontrolle über SK Inc. zu behalten und die Dividenden des Unternehmens zur Begleichung des Vergleichs zu verwenden.

Das Urteil hing davon ab, wie koreanische Gerichte den Wert des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines der größten Wirtschaftsimperien des Landes bewerten würden. Roh argumentierte, dass die politische Unterstützung ihrer Familie dazu beigetragen habe, dass sich SK von einem mittelständischen Energieunternehmen zu einem der größten Konzerne Südkoreas entwickelt habe.

Der Vergleich könnte einen wichtigen Maßstab dafür setzen, wie Gerichte den Beitrag eines Ehepartners zum Vermögen bewerten, insbesondere in Scheidungsfällen, bei denen familiengeführte Unternehmen und wertvolle Beteiligungen eine Rolle spielen. Das sagte Hae Jin Lim, Partner und Rechtsanwalt bei der DongIn Law Group.

„Streitigkeiten über Unternehmensnachfolge, Scheidung und Erbschaft werden immer häufiger, da sich das Unternehmensumfeld und die Erbschaftssituation in Südkorea weiterentwickeln“, so Lim. „Auch wenn andere Unternehmen möglicherweise nicht mit denselben Umständen konfrontiert sind wie die SK-Gruppe, könnte dieser Fall als Referenz für künftige Streitigkeiten von erheblicher Bedeutung sein.“

Weidmann fordert Unicredit zu direkten Gesprächen über die Commerzbank auf

Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann fordert die italienische Unicredit ​zu direkten Gesprächen über eine Übernahme des Frankfurter Geldhauses auf. „Auch ⁠wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar", erklärte Weidmann am Freitag auf Anfrage der ‌Nachrichtenagentur Reuters. „Jetzt geht es darum, in konstruktiven Gesprächen wichtige Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und die Kunden der Bank festzulegen.“ Vorstand und ‌Aufsichtsrat der Commerzbank ‌hätten mehrmals betont, dass sie dazu bereit seien. „Alle sollten sich jetzt wie Erwachsene verhalten, denn eins ist klar: diese Gespräche sind auch im ​Interesse der Unicredit, und es ⁠wird keine Abkürzung über Berlin geben.“

Weidmann reagiert damit auf die Ankündigung von Unicredit-Chef Andrea Orcel, ​mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über eine gemeinsame Zukunft seiner ⁠Bank und der Commerzbank ‌zu sprechen. Unicredit hat sich mit ihrem Übernahmeangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Regierung und Arbeitnehmervertreter hatten darauf verwiesen, dass der ⁠Vorstand der Bank ⁠der erste Ansprechpartner sei. Das Gremium um Bettina Orlopp hatte Orcel ⁠am ​Donnerstag aber ⁠nicht als Gesprächspartner erwähnt. Orlopp ​hatte stets ihre Bereitschaft zu Verhandlungen betont, mehrere ‌Anläufe zu Gesprächen auf Chef-Ebene waren aber ergebnislos verlaufen.

Weidmann reagiert damit auf die Ankündigung von Unicredit-Chef Andrea Orcel, ​mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über eine gemeinsame Zukunft seiner ⁠Bank und der Commerzbank ‌zu sprechen. Unicredit hat sich mit ihrem Übernahmeangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Regierung und Arbeitnehmervertreter hatten darauf verwiesen, dass der ⁠Vorstand der Bank ⁠der erste Ansprechpartner sei. Das Gremium um Bettina Orlopp hatte Orcel ⁠am ​Donnerstag aber ⁠nicht als Gesprächspartner erwähnt. Orlopp ​hatte stets ihre Bereitschaft zu Verhandlungen betont, mehrere ‌Anläufe zu Gesprächen auf Chef-Ebene waren aber ergebnislos verlaufen.

Streik lähmt Haribo-Werk

Der Tarifkonflikt in Nordrhein-Westfalens Süßwaren-Branche trifft den Gummibärchen-Hersteller Haribo. Für das Bonner Stammwerk rief die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu Warnstreiks auf. Die Arbeitsniederlegungen sollen alle Schichten am Freitag betreffen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. An dem Standort sind laut NGG rund 600 Menschen beschäftigt. „Bei Haribo werden die Produktionsbänder nur noch auf Sparflamme laufen“, sagte NGG-Gewerkschafterin Sarah Richter der Nachrichtenagentur. Produktionsausfälle von Colorado, Lakritzschnecken und anderen Sorten seien zu erwarten. Es gebe einen „stinksauren Süß-Protest“. Es sei „höchste Zeit, dass die Arbeitgeber ein brauchbares Angebot machen“. Was bislang auf dem Tisch liege, „frisst schon die Inflation auf“.

Der Tarifvertrag in der NRW-Süßwarenindustrie gilt den Angaben zufolge für rund 17.000 Beschäftigte; inbegriffen sind neben Haribo auch Standorte von Lindt in Aachen, Katjes in Emmerich, Storck in Halle/Westfalen und dem Kartoffelchips-Hersteller Intersnack („Funny-Frisch“) in Grevenbroich. Der bisherige Tarifvertrag lief Ende April aus, die NGG fordert ein Lohn-Plus von 5,8 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 12 Monaten. Der alte Tarifvertrag lief 22 Monate lang, er enthielt in einem ersten Schritt ein Plus von fünf Prozent und in einem zweiten Schritt ein Plus von 2,5 Prozent.

Die Arbeitgeber bieten einen 24 Monate laufenden Tarifvertrag, bei dem es in zwei Schritten um jeweils zwei Prozent nach oben gehen soll. Außerdem bietet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) zwei Einmalzahlungen von jeweils 156 Euro netto. Die Lage der Branche sei angespannt, heißt es von dem Verband. Die Produktionsmenge der deutschen Süßwarenindustrie sei im Jahr 2025 um knapp vier Prozent auf 3,73 Tonnen gesunken. Zugleich blieben die Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik hoch. Die Forderung der Gewerkschaft sei wirtschaftlich nicht tragfähig. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 13. August geplant.

Der Tarifvertrag in der NRW-Süßwarenindustrie gilt den Angaben zufolge für rund 17.000 Beschäftigte; inbegriffen sind neben Haribo auch Standorte von Lindt in Aachen, Katjes in Emmerich, Storck in Halle/Westfalen und dem Kartoffelchips-Hersteller Intersnack („Funny-Frisch“) in Grevenbroich. Der bisherige Tarifvertrag lief Ende April aus, die NGG fordert ein Lohn-Plus von 5,8 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 12 Monaten. Der alte Tarifvertrag lief 22 Monate lang, er enthielt in einem ersten Schritt ein Plus von fünf Prozent und in einem zweiten Schritt ein Plus von 2,5 Prozent.

Die Arbeitgeber bieten einen 24 Monate laufenden Tarifvertrag, bei dem es in zwei Schritten um jeweils zwei Prozent nach oben gehen soll. Außerdem bietet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) zwei Einmalzahlungen von jeweils 156 Euro netto. Die Lage der Branche sei angespannt, heißt es von dem Verband. Die Produktionsmenge der deutschen Süßwarenindustrie sei im Jahr 2025 um knapp vier Prozent auf 3,73 Tonnen gesunken. Zugleich blieben die Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik hoch. Die Forderung der Gewerkschaft sei wirtschaftlich nicht tragfähig. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 13. August geplant.

Pentagon schließt Milliardenvertrag mit Oracle

Das amerikanische Verteidigungsministerium hat mit dem Softwarekonzern Oracle ​einen bis zu zehn Jahre laufenden Vertrag ⁠im Wert von fast sieben Milliarden Dollar abgeschlossen. Wie das Pentagon nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag mitteilte, sollen damit die Lizenzen ‌für die vor Ort genutzte Software des Konzerns in einem einzigen Vertrag zusammengefasst werden. „Indem wir die Beschaffung von Oracle-Software ‌grundlegend verbessern, ‌sparen wir für den Steuerzahler mindestens 441 Millionen Dollar und können zugleich unsere kämpfenden Soldaten schnell und effektiv versorgen", sagte die ​IT-Chefin des Pentagon, Kirsten ⁠Davies.

Die Vereinbarung umfasst das gesamte Verteidigungsministerium sowie die US-Küstenwache und die Geheimdienste. Im ​Mai hatte das Büro von Davies schon einen ähnlichen ⁠Vertrag mit Microsoft ‌über 9,69 Milliarden Dollar geschlossen. Die Aktie von Oracle stieg nachbörslich um zwei Prozent auf 122,40 Dollar. Bis ⁠zum Handelsschluss am ⁠Donnerstag hatte das Papier seit Jahresbeginn 38,4 Prozent an ⁠Wert ​verloren. Der Gründer ⁠von Oracle, der Milliardär ​Larry Ellison, pflegt eine enge Beziehung zu ‌US-Präsident Donald Trump.

Die Vereinbarung umfasst das gesamte Verteidigungsministerium sowie die US-Küstenwache und die Geheimdienste. Im ​Mai hatte das Büro von Davies schon einen ähnlichen ⁠Vertrag mit Microsoft ‌über 9,69 Milliarden Dollar geschlossen. Die Aktie von Oracle stieg nachbörslich um zwei Prozent auf 122,40 Dollar. Bis ⁠zum Handelsschluss am ⁠Donnerstag hatte das Papier seit Jahresbeginn 38,4 Prozent an ⁠Wert ​verloren. Der Gründer ⁠von Oracle, der Milliardär ​Larry Ellison, pflegt eine enge Beziehung zu ‌US-Präsident Donald Trump.

VW-Gewinn im zweiten Quartal um ein Drittel eingebrochen

Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen abermaligen Gewinnrückgang verbucht. In den Monaten April bis Juni ging das Konzernergebnis nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte. Im zweiten Quartal 2025 hatte VW unter dem Strich noch 2,29 Milliarden Euro verdient. Das waren damals bereits 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet.

Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern schon zuvor mitgeteilt hatte. Auf dem wichtigen Markt China verminderten sich die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge. Abseits Chinas sah es dagegen im Verkauf etwas besser aus.

Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind, hatte Konzernchef Oliver Blume im Frühjahr erklärt. Er plant daher neue Sparmaßnahmen mit deutlichen Einschnitten: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand – zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis zum Jahr 2030 schon abgebaut werden sollen.

Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch.

Bis zum Jahr 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

USA kritisieren EU-Milliardenstrafe gegen Google

Die US-Regierung hat die neue Milliardenstrafe ​der EU gegen Google als Quelle für Handelsunsicherheit ⁠kritisiert. Die EU behaupte zwar oft, sie strebe nach Stabilität und Vorhersehbarkeit in den Handelsbeziehungen. „Diese Maßnahmen schaffen jedoch ‌massive Unsicherheit für US-Exporte von Waren und Dienstleistungen nach Europa“, sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Donnerstag laut einer ‌Mitteilung. Das ‌Vorgehen der EU gegen US-Technologiekonzerne sorgt immer wieder für Spannungen im transatlantischen Verhältnis.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstag eine Strafe von insgesamt ​890 Millionen Euro gegen ⁠die Google-Mutter Alphabet verhängt. Den Behörden zufolge hat Google in der Internetsuche eigene ​Dienste bevorzugt angezeigt. Zudem habe der Konzern es Drittanbietern von ⁠Apps für ‌das Smartphone-Betriebssystem Android erschwert, Nutzer auf alternative App Stores und eigene Bezahlseiten hinzuweisen. Die Geldbußen sind die ersten, die ⁠die EU auf ⁠Basis des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) ⁠gegen ​Google verhängt hat. ⁠Google kritisierte die Entscheidung ​und schloss eine Klage nicht aus.

Urteil im Wirecard-Prozess in Sicht

Im Münchner Wirecard-Prozess um den mutmaßlich größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte ist nach über dreieinhalb Jahren das Ende in Sicht: Das Landgericht München I will die Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung in die vierte Oktoberwoche legen. Das schlug der Vorsitzende Richter Markus Födisch vor.

Der Prozess gegen den früheren Vorstandschef Markus Braun und seine beiden Mitangeklagten läuft seit 8. Dezember 2022. Braun, der nach wie vor alle Vorwürfe bestreitet, sitzt sogar schon seit dem Kollaps des einstigen Dax -Konzerns vor sechs Jahren in Untersuchungshaft. Bisher hat die Kammer über 270 Verhandlungstage absolviert.

Der Prozess gegen den früheren Vorstandschef Markus Braun und seine beiden Mitangeklagten läuft seit 8. Dezember 2022. Braun, der nach wie vor alle Vorwürfe bestreitet, sitzt sogar schon seit dem Kollaps des einstigen Dax -Konzerns vor sechs Jahren in Untersuchungshaft. Bisher hat die Kammer über 270 Verhandlungstage absolviert.

EU verhängt 890 Millionen Euro Strafe gegen Google

Die EU verhängt gegen Google wegen unfairer Geschäftspraktiken eine Strafe von 890 Millionen Euro. Der US-Konzern hat nach Ansicht der Europäischen Kommission mit seiner Suchmaschine sowie dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und seine Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt. Mit der Strafe riskiert die EU-Kommission erneute Spannungen mit Washington. US-Präsident Donald Trump hatte die Digitalgesetze der Union in der Vergangenheit scharf kritisiert und mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Konkret wirft die Brüsseler Behörde dem US-Konzern laut Mitteilung vor, eigene Angebote wie etwa Googles Sportergebnisse oder Hotelsuche in den Suchergebnissen stärker in den Vordergrund zu stellen. Die eigenen Produkte würden zum Beispiel durch optisch hervorgehobene Darstellungen, etwa eingefärbte Boxen mit Spielpaarungen bei der WM, prominenter angezeigt als die der Konkurrenz, so die EU-Kommission nach einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA.

Zudem hindere der Online-Riese App-Entwickler bei Google Play zu sehr daran, günstigere Angebote auf anderen Plattformen zu bewerben – also etwa auf einen besseren Preis in einem anderen App-Store zu verweisen.

Konkret wirft die Brüsseler Behörde dem US-Konzern laut Mitteilung vor, eigene Angebote wie etwa Googles Sportergebnisse oder Hotelsuche in den Suchergebnissen stärker in den Vordergrund zu stellen. Die eigenen Produkte würden zum Beispiel durch optisch hervorgehobene Darstellungen, etwa eingefärbte Boxen mit Spielpaarungen bei der WM, prominenter angezeigt als die der Konkurrenz, so die EU-Kommission nach einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA.

Zudem hindere der Online-Riese App-Entwickler bei Google Play zu sehr daran, günstigere Angebote auf anderen Plattformen zu bewerben – also etwa auf einen besseren Preis in einem anderen App-Store zu verweisen.

Der Google-Konzern kritisierte, die Entscheidung mache zum wiederholten Mal täglich genutzte Dienste kaputt. „Um die Vorgaben zu erfüllen, müssen wir Echtzeit-Suchfunktionen entfernen, die die Europäer schätzen, wie sofortige Preisangebote und direkte Verfügbarkeit von Hotels, Flügen und Restaurants“, teilte Google mit. Bei Google Play müssten zudem Sicherheitsfunktionen abgebaut werden. Leidtragende seien europäische Unternehmen und Verbraucher. „Regulierung sollte Produkte verbessern und sie nicht schlechter machen“, hieß es weiter. 

Schon vor der Entscheidung in dem EU-Verfahren wurde darüber spekuliert, ob eine solche Strafe US-Präsident Trump verärgern und politische Folgen haben könnte. Die europäischen Digitalgesetze hatte seine Regierung besonders dann kritisiert, wenn die Brüsseler Behörde gegen US-Konzerne vorgegangen war. Nach einer Milliardenstrafe im September 2025 gegen Google wegen Verstößen gegen Wettbewerbsregeln im Werbegeschäft drohte Trump sogar mit Zöllen. Der US-Präsident hatte die Entscheidung als nächsten Schlag gegen „ein großartiges amerikanisches Unternehmen“ beklagt. Er werde sich gezwungen sehen, ein Verfahren für neue Zölle einzuleiten, wenn US-Konzerne weiter zur Kasse gebeten würden, schrieb Trump damals auf seiner Online-Plattform Truth Social.

In der EU gilt die Google-Mutter Alphabet nach dem Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, kurz DMA) als sogenannter Torwächter (Gatekeeper), stellt also mit seinen Angeboten ein wichtiges Zugangstor zu Verbraucherinnen und Verbrauchern dar. Nach dem DMA müssen Unternehmen wie Alphabet, Amazon oder Microsoft sich deshalb an besondere Pflichten halten, um einen fairen Wettbewerb auf digitalen Märkten sicherzustellen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass manche große Plattform-Betreiber so mächtig geworden sind, dass sie ihre Marktposition zementieren könnten.