BITCOIN unter 10.000 US-Dollar: Muss man jetzt einsteigen?
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Es ist schon dramatisch: Seit Mitte Dezember hat sich der Wert der Kryptowährung Bitcoin ungefähr halbiert. Nachdem Mitte Dezember Notierungen von rund 20.000 US-Dollar erreicht wurden, stürzte der Kurs heute zeitweise sogar wieder unter die Marke von 10.000 Dollar. Auch zahlreiche andere Kryptowährungen, die sogenannten Altcoins, sind von dem Sell-off betroffen.

Verantwortlich für den Ausverkauf ist vor allem die Angst vor Regulierungsmaßnahmen rund um den Globus. Nach Südkorea will auch China den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptocoins verbieten, und zwar nicht nur an den heimischen Kryptobörsen (von denen die meisten bereits dicht gemacht haben), sondern weltweit. Aber auch anderswo droht eine strenge Regulierung. Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling sprach sich vor einigen Tagen für ein global abgestimmtes Vorgehen aus.

Ganz klar: Die Gefahr regulatorischer Maßnahmen besteht durchaus. Dass allerdings ein weltweites Verbot zustande kommt, ist nicht nur kurzfristig äußerst unwahrscheinlich. Nationale Regeln und Regeln auf EU-Ebene können hingegen relativ einfach umgangen werden und dürften den Fortbestand von Bitcoin & Co. nicht gefährden.

Der Blick auf die kurzfristige Entwicklung verschleiert oft den Blick auf das Wesentliche. Bisher folgt die Preisentwicklung des Bitcoins relativ gut dem Modell des exponentiellen Wachstums. Das bedeutet: Der Preis steigt mit einer konstanten prozentualen Wachstumsrate. Das gilt natürlich nur bei einer längerfristigen Betrachtung.

Der folgende Chart zeigt die langfristige Preisentwicklung des Bitcoin in einem logarithmischen Chart. Der Anstieg von einer horizontalen Linie zur nächsten entspricht dabei einer Verzehnfachung des Preises, wie die Skala am linken Rand zeigt.

In einem logarithmischen Chart entspricht exponentielles Wachstum einer Geraden. Wie im Chart zu sehen ist, folgt die Preisentwicklung bisher relativ gut dem Modell des exponentiellen Wachstums. Daran hat auch der jüngste Kursrutsch nichts geändert.

Die im Chart gestrichelt eingezeichnete Gerade wurde anhand einer exponentiellen Regression auf den Bitcoinpreis bestimmt. Die Gerade entspricht einer ungefähren Verdreifachung des Preises pro Jahr, also einem Anstieg um ungefähr 200 Prozent pro Jahr. Langfristig hat sich der Bitcoinpreis so entwickelt, auch wenn kurzfristig starke Schwankungen nach oben und unten die Entwicklung verzerrt haben.

Aktuell liegt die Regressionsgerade übrigens bei 6.579 US-Dollar. Das bedeutet: Wir befinden uns noch immer in einer Übertreibungsphase oberhalb des langfristigen Anstiegs. Der Bitcoinpreis kann also durchaus noch weiter fallen - auch unter die Regressionsgerade.

Glaubt man, dass der Bitcoinpreis auch künftig der bisherigen exponentiellen Entwicklung folgen wird, dann gibt es wirklich astronomische Kursziele für diese Kryptowährung: Nach der im obigen Chart bestimmten exponentiellen Regressionsgerade dürfte ein Bitcoin Anfang des Jahres 2023 rund zwei Millionen Dollar wert sein. Wie realistisch ein langfristig exponentieller Anstieg beim Bitcoin ist, lässt nicht quantifizieren.

Die langfristigen Perspektiven haben sich durch den jüngsten Kursrutsch jedenfalls nicht eingetrübt. Und wer in den Bitcoin einsteigen will, weil er von den langfristigen Chancen überzeugt ist, kann dies jetzt halb so teuer tun wie noch Mitte Dezember.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist im Bitcoin zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.

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