Werk in Georgia Audi will geplantes US-Werk offenbar noch vergrößern

Der Autobauer Audi prüft für sein Werk in den USA eine zweite ​Bauphase, wie aus Unterlagen einer örtlichen Wirtschaftsförderungsbehörde hervorgeht. Diese würde weitere 3 Milliarden Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro) kosten und ‌bis 2033 zusätzliche 3000 Arbeitsplätze schaffen. Audi lehnte eine Stellungnahme zu den Plänen ab.

Der deutsche Autobauer hatte am 25. Oktober den Bau der 4 Milliarden Dollar teuren Fabrik nahe der Stadt Macon angekündigt. Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner (57) auf der Wahlkampfbühne von Donald Trump (80) hatte in Deutschland für Empörung gesorgt. Was bei Audis Trump-Drama hinter den Kulissen ablief, lesen Sie hier .

200.000 SUV pro Jahr

In Georgia sollen ab Anfang der 30er-Jahre rund 4500 Beschäftigte jährlich ​200.000 SUV fertigen. Für die neue Fabrik erhält das Unternehmen vom Bundesstaat Steuervergünstigungen und Zuschüsse in ⁠Höhe von ⁠mehreren hundert Millionen Dollar. Konkret überlässt Georgia dem Autobauer das rund 600 Hektar große Grundstück und gewährt Steuererleichterungen von 458 Millionen Dollar. Hinzu kommen mehr als 550 Millionen ‌Dollar an weiteren Fördergeldern, unter anderem für Infrastruktur, Bauarbeiten, Wasserversorgung ​und die Ausbildung ‌von Fachkräften.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat Audi außerdem Zollerleichterungen in Aussicht gestellt, um die Investition abzusichern. US-Vertreter hätten Führungskräften des Unternehmens weitreichende Entlastungen für Autobauer zugesagt, die massiv in die ‌US-Produktion investieren. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, Audi habe darauf gedrängt, die Zölle auf Importe aus der Europäischen Union (EU) von 15 auf 7,5 ‌Prozent zu senken. Es werde erwartet, ​dass das US-Handelsministerium einem Satz von ‌rund 10 Prozent zustimme.

Das Programm zielt darauf ab, ‌Autobauer zu ​mehr Produktion in den USA zu bewegen. Im vergangenen Jahr kosteten die US-Zölle auf Autos, Stahl, Aluminium und ​Bauteile Audi rund 1,2 Milliarden Euro. Bislang ⁠importiert die VW-Tochter alle Fahrzeuge für ​den US-Markt ​aus Europa oder Mexiko.