Transport von Baumaterial : Schüttflix in der Dieselkrise

Schüttflix-Gründer Christian Hülsewig hat eine Zeit lang kräftig expandiert. Jetzt muss er Leute entlassen. Schuld ist auch Donald Trump.

Bis vor drei Tagen war Christian Hülsewig noch „verhalten optimistisch“, wie er sagt. Dann eskalierte Donald Trump wieder einmal den Konflikt mit Iran — und machte damit auch Hülsewigs Hoffnung auf eine Erholung des Geschäfts zunichte.

Die gestiegenen Dieselpreise sind für den Transporteur von Baumaterial eine große Belastung fürs Geschäft, wie der Gründer gegenüber der F.A.S. sagt. Vor acht Jahren ist Hülsewigs Unternehmen Schüttflix mit der Idee angetreten, den Markt für Schüttgut mit einer App zu digitalisieren — und die Kosten für die Kunden vergleichbar zu machen. Dann ist er selbst zum Spediteur geworden, betreibt zudem Wertstoffhöfe. Auf der Baustelle gewann Schüttflix mit den Werbegesichtern Lukas Podolski und Sophia Thomalla neue Fans.

Mehrkosten durch gestiegene Dieselpreise

Während das Unternehmen zu Beginn stark wachsen konnte, macht Schüttflix jetzt schon länger die Flaute am Bau zu schaffen. Jetzt sind die Zeiten aber noch mal schwerer geworden. „Rund 50 Prozent unserer Kosten sind Transportkosten“, so der Unternehmer. Etwa 1,2 Millionen Liter Diesel verbrauche Schüttflix im Monat. In den Verträgen ist mit grob 1,50 Euro pro Liter gerechnet worden. Seit dem Irankrieg lag der Preis deutlich darüber, teilweise bei bis zu 2,30 Euro. Bis zu einer Million Euro seien ihm seit Kriegsbeginn monatlich an Mehrkosten entstanden, je nach Preisniveau.

Jetzt schwört er das Unternehmen auf einen Sparkurs ein. Diese Woche wurde bekannt, dass Hülsewig 65 Stellen abbauen will, das entspricht rund jedem fünften Arbeitsplatz. Vor allem in der IT und im administrativen Bereich wird es Kündigungen geben. Die Künstliche Intelligenz habe in diesen Bereichen viele Tätigkeiten übernommen. Aber der Expansionskurs habe auch dazu geführt, dass es generell zu viele Stellen in der Verwaltung gibt.

Jetzt muss Hülsewig neue Aufträge ranschaffen, für die er die neuen Transportkosten zugrunde legen kann. Dass sein Angebot dadurch teurer wird, hilft in Krisenzeiten nicht gerade. Die letzten beiden Geschäftsjahre schrieb Schüttflix rote Zahlen, in diesem Jahr wird es laut Hülsewig allenfalls im letzten Quartal anders sein. Vor anderthalb Jahren sagte Hülsewig im Interview mit der F.A.S.: „Wenn wir Unternehmer jetzt den Kopf in den Sand stecken, dann geht es ja gar nicht weiter.“ An diesem Motto wolle er auch weiter festhalten.