Business-Ticker : ProSiebenSat.1 startet bald neuen Fernsehsender
Bald kommt ein Neues hinzu: Die Sender-Logos von ProSiebenSat.1.dpa
Auf Sat.2 sollen künftig altbekannte Serien laufen +++ Verwaltetes Vermögen von Blackrock steigt auf 15,34 Billionen Dollar +++ BASF hebt nach Gewinnsprung Jahresziele an +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
ProSiebenSat.1 startet neuen Fernsehsender Sat.2
Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 startet einen neuen Fernsehsender. Der Kanal Sat.2 solle im Winter an den Start gehen, sagte ProSiebenSat.1-Content-Chef Henrik Pabst der „Süddeutschen Zeitung“. „Mit Sat.2 wollen wir unser Portfolio strategisch erweitern und insbesondere den Zuschauerinnen und Zuschauer ab 50 Jahren eine neue und zusätzliche Alternative für ihre Entertainment-Bedürfnisse bieten.“
Mit Sat.2 umfasst die Senderfamilie von ProSiebenSat.1 nach Angaben des Medienkonzerns künftig acht Marken. Zu ihr gehören bislang die Vollprogramme Sat.1, ProSieben und Kabel Eins sowie die Spartensender Sixx, ProSieben MAXX, Sat.1 Gold und Kabel Eins Doku. Die neue Marke soll sowohl im klassischen Fernsehen als auch auf der Streamingplattform Joyn und auf Drittplattformen verbreitet werden.
Unter dem Motto „Wiedersehen macht Freude“ soll Sat.2 vor allem auf bekannte Programme aus dem Archiv von Sat.1 setzen. Pabst nannte die Serien „Der Bulle von Tölz“ und „Kommissar Rex“ sowie die Telenovela „Verliebt in Berlin“ als Beispiele. Der Schwerpunkt liege auf deutscher Fiktion.
Die Entscheidung für Sat.2 kommt vor dem Hintergrund wachsender Spartensender. Nach Angaben von ProSiebenSat.1 legten Sixx, Sat.1 Gold, ProSieben MAXX und Kabel Eins Doku in den vergangenen Jahren bei den Marktanteilen zu. Der Konzern sieht darin einen Beleg dafür, dass klar positionierte Sender auch im Zeitalter des Streamings ein Publikum finden. Sat.2 ist der erste neue Free-TV-Sender von ProSiebenSat.1 seit dem Start von Kabel Eins Doku im Jahr 2016.
Mit Sat.2 umfasst die Senderfamilie von ProSiebenSat.1 nach Angaben des Medienkonzerns künftig acht Marken. Zu ihr gehören bislang die Vollprogramme Sat.1, ProSieben und Kabel Eins sowie die Spartensender Sixx, ProSieben MAXX, Sat.1 Gold und Kabel Eins Doku. Die neue Marke soll sowohl im klassischen Fernsehen als auch auf der Streamingplattform Joyn und auf Drittplattformen verbreitet werden.
Unter dem Motto „Wiedersehen macht Freude“ soll Sat.2 vor allem auf bekannte Programme aus dem Archiv von Sat.1 setzen. Pabst nannte die Serien „Der Bulle von Tölz“ und „Kommissar Rex“ sowie die Telenovela „Verliebt in Berlin“ als Beispiele. Der Schwerpunkt liege auf deutscher Fiktion.
Die Entscheidung für Sat.2 kommt vor dem Hintergrund wachsender Spartensender. Nach Angaben von ProSiebenSat.1 legten Sixx, Sat.1 Gold, ProSieben MAXX und Kabel Eins Doku in den vergangenen Jahren bei den Marktanteilen zu. Der Konzern sieht darin einen Beleg dafür, dass klar positionierte Sender auch im Zeitalter des Streamings ein Publikum finden. Sat.2 ist der erste neue Free-TV-Sender von ProSiebenSat.1 seit dem Start von Kabel Eins Doku im Jahr 2016.
Blackrock erzielt Rekordergebnis
Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock hat dank einer Börsenrallye und starker Mittelzuflüsse im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen übertroffen und ein Rekordvolumen an verwaltetem Vermögen erreicht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Wie der New Yorker Finanzkonzern am Mittwoch mitteilte, kletterte das verwaltete Vermögen auf den Rekordwert von 15,34 Billionen Dollar nach 12,53 Billionen im Vorjahreszeitraum. Anleger vertrauten Blackrock netto 192 Milliarden Dollar an neuem Geld an, ein Großteil davon floss in die börsengehandelten Indexfonds (ETF) der Tochter iShares.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 13,91 Dollar deutlich über den von Analysten erwarteten 12,59 Dollar. Die Aktie legte daraufhin vorbörslich um sechs Prozent zu. „Die Fundamentaldaten der Märkte sind stark und gut gestützt“, erklärte Konzernchef Larry Fink.
Wichtige US-Aktienindizes beendeten den Monat Juni mit den stärksten Quartalsgewinnen seit 2020, da der Optimismus hinsichtlich der Unternehmensgewinne zunahm und Anleger über die durch den Nahostkonflikt ausgelöste Volatilität hinwegsahen. Der Leitindex S&P 500, ein Maßstab für US-Großunternehmen, legte im Quartal um 15 Prozent zu.
Gleichzeitig treibt BlackRock seine Expansion in den sogenannten Privatmärkten voran, um sich neue, lukrativere Geschäftsfelder zu erschließen. Dieses Geschäft mit alternativen Anlagen wie Unternehmensbeteiligungen oder privater Kreditvergabe steht jedoch unter stärkerer Beobachtung. So verzeichneten Fonds für Privatkredite zuletzt geringere Zuflüsse und erhöhte Rückgabewünsche von Anlegern. Dennoch sammelte der Bereich im Quartal Nettozuflüsse von 15,4 Milliarden Dollar ein. Blackrock hatte zuletzt mit Zukäufen im Volumen von rund 28 Milliarden Dollar seine Präsenz in diesem Segment massiv ausgebaut.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 13,91 Dollar deutlich über den von Analysten erwarteten 12,59 Dollar. Die Aktie legte daraufhin vorbörslich um sechs Prozent zu. „Die Fundamentaldaten der Märkte sind stark und gut gestützt“, erklärte Konzernchef Larry Fink.
Wichtige US-Aktienindizes beendeten den Monat Juni mit den stärksten Quartalsgewinnen seit 2020, da der Optimismus hinsichtlich der Unternehmensgewinne zunahm und Anleger über die durch den Nahostkonflikt ausgelöste Volatilität hinwegsahen. Der Leitindex S&P 500, ein Maßstab für US-Großunternehmen, legte im Quartal um 15 Prozent zu.
Gleichzeitig treibt BlackRock seine Expansion in den sogenannten Privatmärkten voran, um sich neue, lukrativere Geschäftsfelder zu erschließen. Dieses Geschäft mit alternativen Anlagen wie Unternehmensbeteiligungen oder privater Kreditvergabe steht jedoch unter stärkerer Beobachtung. So verzeichneten Fonds für Privatkredite zuletzt geringere Zuflüsse und erhöhte Rückgabewünsche von Anlegern. Dennoch sammelte der Bereich im Quartal Nettozuflüsse von 15,4 Milliarden Dollar ein. Blackrock hatte zuletzt mit Zukäufen im Volumen von rund 28 Milliarden Dollar seine Präsenz in diesem Segment massiv ausgebaut.
BASF hebt nach Gewinnsprung Jahresziele an
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF wird nach einem besser als erwarteten zweiten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr. Für 2026 peilt BASF für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen nun 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern überraschend am Mittwoch mitteilte. Zuletzt hatte der Vorstand um Markus Kamieth 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro im Visier – nach 6,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten rechneten im Schnitt mit einem Anstieg auf 7,3 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Die BASF-Aktie geriet nach den Neuigkeiten unter dem Strich unter Druck und notierte zuletzt 2,2 Prozent im Minus.
Im zweiten Quartal betrug das operative Ergebnis nach vorläufigen Berechnungen 2,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF hier 1,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Umsatz legte im Quartal wegen höherer Preise und Mengen um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 4,1 Milliarden Euro hängen, nach 79 Millionen Euro vor einem Jahr. Dabei profitierte BASF vor allem von dem milliardenschweren Verkauf des Lacke-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle.
Derweil soll der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) im laufenden Jahr weiterhin zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro betragen, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten rechnen im Mittel bereits mit einem Wert am oberen Ende der Spanne. BASF will am 29. Juli seine vollständigen Zahlen und Details für das zweite Jahresviertel vorlegen.
Im zweiten Quartal betrug das operative Ergebnis nach vorläufigen Berechnungen 2,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF hier 1,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Umsatz legte im Quartal wegen höherer Preise und Mengen um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 4,1 Milliarden Euro hängen, nach 79 Millionen Euro vor einem Jahr. Dabei profitierte BASF vor allem von dem milliardenschweren Verkauf des Lacke-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle.
Derweil soll der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) im laufenden Jahr weiterhin zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro betragen, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten rechnen im Mittel bereits mit einem Wert am oberen Ende der Spanne. BASF will am 29. Juli seine vollständigen Zahlen und Details für das zweite Jahresviertel vorlegen.
Monopolkommission begrüßt Wettbewerberklausel für Bahn-Konkurrenten
Im Beschwerdeverfahren des italienischen Bahn-Konkurrenten Italo gegen die Deutsche-Bahn-Netztochtergesellschaft Infrago hat die Monopolkommission ihre Stellungnahme zum Beschlussentwurf der Bundesnetzagentur veröffentlicht und die Marschrichtung der Behörde grundsätzlich begrüßt.
„Mit Italo könnte der deutsche Fernverkehr starken Wettbewerb im Hochgeschwindigkeitsverkehr bekommen – und das ist gut für die Fahrgäste", sagte Monopolkommissionschef Tomaso Duso in einem Statement. Der Beschlussentwurf der Bundesnetzagentur schaffe bessere Planungssicherheit für ein Investment von 3,6 Milliarden Euro in neue Züge. Italo möchte der Deutschen Bahn auf gefragten Fernverkehrsstrecken im Personenverkehr Konkurrenz machen, fordert aber faire Markteintrittsbedingungen für sich ein. Die Bundesnetzagentur hatte dazu kürzlich einen Vorschlag veröffentlicht.
Der Schlüssel darin sei die sogenannte Wettbewerberklausel, also die Regelung, dass die Deutsche Bahn künftig nicht mehr fast alle Zugtrassen auf gefragten Strecken für sich behalten darf, sondern mindestens ein Viertel davon für Konkurrenten wie Italo freihalten muss, sagte Duso. Der Ökonom kritisierte aber die Details: „Noch nicht ganz überzeugend ist, wie die genaue Aufteilung innerhalb dieser Quote festgelegt wird. Diese Entscheidung soll nach wie vor allein bei der Deutschen Bahn selbst liegen – und genau das birgt die Gefahr, dass sie zulasten neuer Anbieter ausgelegt wird."
Deutsche-Bank-Razzia: Privatkundenfiliale in Frankfurter Zentrale durchsucht
Die Strafverfolgungsbehörden haben am Dienstag die Privatkundenfiliale in der Frankfurter Konzernzentrale der Deutschen Bank durchsucht. Das geht aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt hervor. Weitere Einzelheiten könnten aus ermittlungsbezogenen Gründen nicht veröffentlicht werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab.
Büros der Deutschen Bank sind in der Vergangenheit bereits mehrfach durchsucht worden. Die Maßnahmen richteten sich jedoch nicht immer gegen das Institut selbst. Deutschlands größtes Geldhaus legt am 29. Juli die Ergebnisse des zweiten Quartals vor.
Büros der Deutschen Bank sind in der Vergangenheit bereits mehrfach durchsucht worden. Die Maßnahmen richteten sich jedoch nicht immer gegen das Institut selbst. Deutschlands größtes Geldhaus legt am 29. Juli die Ergebnisse des zweiten Quartals vor.
Uber in fortgeschrittenen Gesprächen über Delivery-Hero-Kauf
Der US-Fahrdienstvermittler und Lieferdienst Uber macht Ernst mit seinem Vorhaben zur Übernahme des deutschen Delivery-Hero-Konzerns . Die Amerikaner befinden sich mittlerweile in fortgeschrittenen Gesprächen mit den Berlinern, wie Delivery Hero am Dienstagabend nach Börsenschluss mitteilte. Der Lieferdienstkonzern bestätigte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Zu Spekulationen über einen möglichen Angebotspreis wollte sich der deutsche Konzern allerdings nicht äußern.
Nach Informationen von Bloomberg dreht es sich in den Gesprächen um einen Preis von rund 40 Euro je Aktie. Die Delivery-Hero-Aktie hat seit Bekanntwerden von Ubers Interesse im Mai bereits kräftig zugelegt und war am Dienstagabend mit einem Plus von fast sechs Prozent auf 39,10 Euro aus dem Handel gegangen. Am Mittwochmorgen büßte sie kurz nach Handelsstart jedoch knapp zwei Prozent auf 38,35 Euro ein. Damit gehörte sie zu den schwächsten Titeln im MDax , dem Index der mittelgroßen Werte.
Bloomberg hatte am Dienstag berichtet, Uber könnte Delivery Hero bei einem Angebot spürbar höher bewerten, als das Unternehmen bis vor dem Bekanntwerden der fortgeschrittenen Gespräche an der Börse bewertet worden war. Die Nachrichtenagentur berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen. Laut Bloomberg will Uber noch diese Woche eine Einigung mit Delivery Hero erzielen.
DocMorris wächst dank boomendem E-Rezept-Geschäft
DocMorris hat im zweiten Quartal dank eines stark wachsenden Geschäfts mit rezeptpflichtigen Medikamenten kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um 15,2 Prozent auf knapp 309,7 Millionen Franken, wie die Schweizer Online-Apotheke am Mittwoch mitteilte. Allein das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) schwoll um 45,8 Prozent an. Die Sparte Digital Services legte um 80 Prozent zu. „Unsere Umsatzdynamik hat im zweiten Quartal 2026 nochmals spürbar an Fahrt aufgenommen“, erklärte Firmenchef Walter Hess. Mit dieser Entwicklung sei das Unternehmen auf Kurs, im laufenden Jahr die Gewinnschwelle auf der Stufe des Betriebsergebnisses (Ebitda) zu erreichen, ergänzte Finanzchef Daniel Wüest. Eine aktualisierte Prognose für das Gesamtjahr will DocMorris am 19. August veröffentlichen.
Discounter Kodi stellt erneut Insolvenzantrag
Die Kodi Handels GmbH hat beim Amtsgericht in Halle (Saale) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen mit. Ziel sei es, den Fortbestand zu sichern, sagte Kodi-Geschäftsführer Fabian Grund. „Die Ausgangslage ist allerdings nicht einfach.“
Erwartet wird, dass rund 50 der aktuell 150 Filialen schließen müssen, so Grund. Damit sei auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Welche Standorte betroffen sind, ist noch offen. Löhne und Gehälter seien für die Monate Juli, August und September über das Insolvenzgeld gesichert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben etwa 1.200 Beschäftigte. Zuerst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.
Der Geschäftsbetrieb in den Filialen des Non-Food-Discounters soll vorerst ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Begründet wurde der Schritt mit der anhaltend schwierigen Lage im deutschen Einzelhandel. Neben der schwachen Konsumstimmung belasteten vor allem der zunehmende Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten sowie hohe Mietkosten das Unternehmen.
Eine vorläufige Eigenverwaltung ordnete das Gericht laut Mitteilung bereits an. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und leitet die Sanierung selbst. Kontrolliert wird das Verfahren vom Rechtsanwalt Lucas Flöther, der zum vorläufigen Sachwalter bestellt wurde.
Erwartet wird, dass rund 50 der aktuell 150 Filialen schließen müssen, so Grund. Damit sei auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Welche Standorte betroffen sind, ist noch offen. Löhne und Gehälter seien für die Monate Juli, August und September über das Insolvenzgeld gesichert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben etwa 1.200 Beschäftigte. Zuerst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.
Der Geschäftsbetrieb in den Filialen des Non-Food-Discounters soll vorerst ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Begründet wurde der Schritt mit der anhaltend schwierigen Lage im deutschen Einzelhandel. Neben der schwachen Konsumstimmung belasteten vor allem der zunehmende Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten sowie hohe Mietkosten das Unternehmen.
Eine vorläufige Eigenverwaltung ordnete das Gericht laut Mitteilung bereits an. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und leitet die Sanierung selbst. Kontrolliert wird das Verfahren vom Rechtsanwalt Lucas Flöther, der zum vorläufigen Sachwalter bestellt wurde.
Kodi hatte 2024 bereits ein Schutzschirmverfahren beantragt und sich um eine Sanierung bemüht. Von ursprünglich etwa 240 Filialen wurden anschließend lediglich 150 weiterbetrieben, die meisten befinden sich in Nordrhein-Westfalen. Damals wurde mehr als 500 Beschäftigten gekündigt.
Die Muttergesellschaft von Kodi hatte erst im Februar dieses Jahres den Non-Food-Discounter Mäc Geiz übernommen. Die Handelskette, die gut 180 Filialen hat und vor allem in Ostdeutschland vertreten ist, stellte im Mai ebenfalls einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale). Auch hier stehen Filialschließungen im Raum.
Die Inflation in den USA hat sich nach einem deutlichen Anstieg im Frühjahr wieder abgekühlt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Sie ging im Juni auf 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Der Hauptgrund waren die gesunkenen Treibstoffpreise wegen der zwischenzeitlichen Entspannung im Irankrieg.
Im Mai war die US-Inflation mit 4,2 Prozent noch auf ein Drei-Jahres-Hoch gestiegen. Im Juni sanken die Treibstoffpreise dann im Vergleich zum Vormonat um 9,7 Prozent, Energie insgesamt wurde 5,7 Prozent günstiger. Lebensmittel verteuerten sich leicht um 0,2 Prozent.
Die Kerninflation ohne die schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel lag bei 2,6 Prozent im Jahresvergleich. Die US-Notenbank Fed empfiehlt eine Inflationsrate von lediglich 2,0 Prozent.
Der Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, sollte im Tagesverlauf im Kongress angehört werden. Er wolle die Geldpolitik „richtig ausrichten“, sagte er laut vorab verbreitetem Redetext. „Wenn wir die Politik richtig gestalten – und das werden wir – wird der Inflationsschub der letzten fünf Jahre der Vergangenheit angehören“, fügte er hinzu.
Die Lebenshaltungskosten sorgen in den USA seit Monaten für Unmut. Umfragen zeigen eine stark gesunkene Zustimmung zur Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Der Irankrieg hat die Kritik auch im Lager des Präsidenten verschärft. Trump selbst hatte wiederholt angeführt, der Anstieg sei nur „von kurzer Dauer“. Zuletzt flammten die Kämpfe aber wieder auf.
Im Mai war die US-Inflation mit 4,2 Prozent noch auf ein Drei-Jahres-Hoch gestiegen. Im Juni sanken die Treibstoffpreise dann im Vergleich zum Vormonat um 9,7 Prozent, Energie insgesamt wurde 5,7 Prozent günstiger. Lebensmittel verteuerten sich leicht um 0,2 Prozent.
Die Kerninflation ohne die schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel lag bei 2,6 Prozent im Jahresvergleich. Die US-Notenbank Fed empfiehlt eine Inflationsrate von lediglich 2,0 Prozent.
Der Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, sollte im Tagesverlauf im Kongress angehört werden. Er wolle die Geldpolitik „richtig ausrichten“, sagte er laut vorab verbreitetem Redetext. „Wenn wir die Politik richtig gestalten – und das werden wir – wird der Inflationsschub der letzten fünf Jahre der Vergangenheit angehören“, fügte er hinzu.
Die Lebenshaltungskosten sorgen in den USA seit Monaten für Unmut. Umfragen zeigen eine stark gesunkene Zustimmung zur Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Der Irankrieg hat die Kritik auch im Lager des Präsidenten verschärft. Trump selbst hatte wiederholt angeführt, der Anstieg sei nur „von kurzer Dauer“. Zuletzt flammten die Kämpfe aber wieder auf.
Thyssenkrupp drosselt Stahlproduktion wegen Niedrigwassers
Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel hat Schwierigkeiten in der Rohstoffversorgung aufgrund des witterungsbedingten Niedrigwassers im Rhein. Noch klingt die Formulierung des Unternehmens nur begrenzt alarmiert: "Unsere Hochofenproduktion haben wir aufgrund der leicht eingeschränkten Rohstoffversorgung vorsorglich etwas gedrosselt", hieß es am Dienstag in einem Unternehmens-Statement.
Thyssenkrupp Steels eigene Schubschifffahrt sei aufgrund der niedrigen Pegelstände eingestellt worden. Stattdessen nutze der Stahlhersteller derzeit vorsorglich angemietete, externe Schiffe, die wegen ihres niedrigeren Tiefgangs auch bei den aktuellen Wasserständen eingesetzt werden könnten. Die Kundenversorgung sei momentan noch nicht gefährdet. Allerdings: "Die ausgedehnte Anmietung externen Schiffraums führt zu erhöhten Logistikkosten."
Der Rhein gehört zu den meistbefahrenen Binnenwasserstraßen der Welt. Der Wasserstand an der wichtigen Engstelle Kaub nahe Koblenz dürfte nach Prognose der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes am Dienstagnachmittag auf 41 Zentimeter fallen. Das bisherige Rekordtief wurde im Oktober 2018 mit 25 Zentimetern erreicht. In den nächsten Tagen werden Werte von unter 40 Zentimetern erwartet. Bei vergangenen Niedrigwasserereignissen waren in Deutschland vor allem die Chemie-, Stahl- und Energiewirtschaft von den Folgen betroffen.
Thyssenkrupp Steels eigene Schubschifffahrt sei aufgrund der niedrigen Pegelstände eingestellt worden. Stattdessen nutze der Stahlhersteller derzeit vorsorglich angemietete, externe Schiffe, die wegen ihres niedrigeren Tiefgangs auch bei den aktuellen Wasserständen eingesetzt werden könnten. Die Kundenversorgung sei momentan noch nicht gefährdet. Allerdings: "Die ausgedehnte Anmietung externen Schiffraums führt zu erhöhten Logistikkosten."
Der Rhein gehört zu den meistbefahrenen Binnenwasserstraßen der Welt. Der Wasserstand an der wichtigen Engstelle Kaub nahe Koblenz dürfte nach Prognose der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes am Dienstagnachmittag auf 41 Zentimeter fallen. Das bisherige Rekordtief wurde im Oktober 2018 mit 25 Zentimetern erreicht. In den nächsten Tagen werden Werte von unter 40 Zentimetern erwartet. Bei vergangenen Niedrigwasserereignissen waren in Deutschland vor allem die Chemie-, Stahl- und Energiewirtschaft von den Folgen betroffen.
Evotec erwartet deutlich weniger Umsatz – Aktie stürzt ab
Der Wirkstoff-Entwickler Evotec senkt wegen nun erwarteter Umsatzverschiebungen und geringerer Erlöserwartungen seine Jahresziele deutlich. 2026 sei mit einem Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro zu rechnen, teilte das im S-Dax notierte Unternehmen bereits am späten Montagabend mit. Zuvor war Evotec von 700 bis 780 Millionen Euro ausgegangen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll nur noch bei minus 70 bis minus 105 Millionen Euro liegen. Zuletzt hatte der Konzern noch auf 0 bis plus 40 Millionen Euro gehofft. An der Börse kamen die Neuigkeiten gar nicht gut an. Die Aktie rutschte im frühen Handel zuletzt um rund 30 Prozent ab auf 3,42 Euro. Damit notierte sie mit großem Abstand am unteren Ende im Kleinwerteindex S-Dax. In den vergangenen zwölf Monaten hat sie rund die Hälfte an Wert verloren.
Evotec zufolge sind etwa 40 Prozent der Umsatzlücke innerhalb bestehender Partnerschaften gegenüber dem bisherigen Ausblick zum größten Teil auf eine veränderte zeitliche Staffelung sowie angepasste Zeitpläne für Meilensteinzahlungen zurückzuführen. Die entsprechenden Umsätze würden nun im Jahr 2027 erwartet. Etwa 45 Prozent der Umsatzlücke spiegelten gegenüber den Erwartungen geringere Beiträge aus potenziellen neuen strategischen Partnerschaften wider. Rund 15 Prozent der Umsatzlücke sei auf eine geringere als erwartete Umsatzrealisierung zurückzuführen.
Mit den neuen Geschäftszielen werden die Erwartungen von Analysten spürbar verfehlt. Auch der Umsatz des ersten Halbjahres von 300,1 Millionen Euro lag ebenso wie das operative Ergebnis (Ebitda) von minus 42,7 Millionen Euro unter den Prognosen der Experten.
Evotec befinden sich im Umbau. Der Konzern will sich auf hochwertige Dienstleistungen und Therapiegebiete konzentrieren, das Projekt-Portfolio reduzieren und stärker auf Automation und Künstliche Intelligenz (KI) setzen.
Erst unlängst setzte der Konzern weitere Sparmaßnahmen auf. Bis Ende 2027 soll die Kostenbasis nochmals um 75 Millionen Euro sinken. Nach einer ersten Schrumpfkur in der jüngeren Vergangenheit soll die Zahl der Standorte auf dann zehn sinken. Ziel sei eine stärkere Bündelung der wichtigsten Kernkompetenzen in sogenannten Exzellenzzentren. Insgesamt sollen bis zu 800 Stellen wegfallen.
Erst unlängst setzte der Konzern weitere Sparmaßnahmen auf. Bis Ende 2027 soll die Kostenbasis nochmals um 75 Millionen Euro sinken. Nach einer ersten Schrumpfkur in der jüngeren Vergangenheit soll die Zahl der Standorte auf dann zehn sinken. Ziel sei eine stärkere Bündelung der wichtigsten Kernkompetenzen in sogenannten Exzellenzzentren. Insgesamt sollen bis zu 800 Stellen wegfallen.
IT-Unternehmen IBM erlöst im Quartal weniger als erwartet – Aktie rutscht ab
Das IT-Unternehmen IBM hat im zweiten Quartal ein verändertes Investitionsverhalten von Kunden zu spüren bekommen. Der Umsatz legte im zweiten Quartal laut vorläufigen Berechnungen um ein Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar zu, wie das Unternehmen überraschend am Dienstag bei Vorlage von vorläufigen Quartalszahlen mitteilte. Analysten hatten hier mit deutlich mehr gerechnet. Dabei kletterten die Erlöse mit Software um 5 Prozent. Der Erlös mit Infrastruktur ging hingegen um 7 Prozent zurück. Der bereinigte Gewinn je Aktie zog um fünf Prozent auf 2,93 Dollar an. Die IBM-Aktie rutschte im vorbörslichen US-Handel um über ein Fünftel ab und belastete Software-Aktien wie die von Microsoft und SAP.
In den letzten Juniwochen hätten die Kunden ihr Geld vermehrt in den Kauf von Servern, Speicher und Arbeitsspeicher gesteckt, schrieb Unternehmenschef Arvind Krishna in einem Brief an die Aktionäre. Damit hätten diese möglichen Preiserhöhungen wegen Engpässen vorgriffen. Zwar habe das Unternehmen gewisse Auswirkungen durch die Lieferketten einkalkuliert, aber das Ausmaß dieser Neuausrichtung der Investitionsausgaben habe es nicht vorhergesehen.
In den letzten Juniwochen hätten die Kunden ihr Geld vermehrt in den Kauf von Servern, Speicher und Arbeitsspeicher gesteckt, schrieb Unternehmenschef Arvind Krishna in einem Brief an die Aktionäre. Damit hätten diese möglichen Preiserhöhungen wegen Engpässen vorgriffen. Zwar habe das Unternehmen gewisse Auswirkungen durch die Lieferketten einkalkuliert, aber das Ausmaß dieser Neuausrichtung der Investitionsausgaben habe es nicht vorhergesehen.
Burger King will in Deutschland wieder expandieren
Die amerikanische Restaurantkette Burger King will die in den vergangenen Jahren wegen Pandemie und Inflation aufgeschobene Expansion in Deutschland nun nachholen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „Alle Zeichen stehen auf Wachstum“, sagte Deutschland-Chef Andreas Bork zum 50. Jahrestag der Eröffnung des ersten deutschen Burger-King-Restaurants in Berlin am 15. Juli 1976.
Derzeit gibt es nach Angaben des Unternehmens 760 Restaurants in der Bundesrepublik. Wie in der Systemgastronomie üblich, wird die große Mehrheit von Franchisenehmern betrieben, die das Konzept übernehmen, aber wirtschaftlich selbständig arbeiten. Marktführer unter den Burgerketten ist der amerikanische Konkurrent McDonalds mit gut 1500 deutschen Standorten. Nach Schätzungen des Branchenportals Food Service kam Burger King in Deutschland im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls auf Platz zwei. Die deutsche Unternehmenszentrale sitzt in Hannover.
„Das Wachstum in den letzten Jahren war verhalten, stattdessen haben wir gezielt in unser bestehendes Restaurantnetzwerk investiert“, sagte Bork. „In einem Land wie Spanien gibt es 1000 Burger-King-Restaurants bei 48 Millionen Einwohnern. Wenn man sich dann jede einzelne größere oder mittelgroße Stadt (in Deutschland) anguckt, finden Sie eigentlich überall noch weiße Flecken, die wir besetzen wollen.“
Derzeit gibt es nach Angaben des Unternehmens 760 Restaurants in der Bundesrepublik. Wie in der Systemgastronomie üblich, wird die große Mehrheit von Franchisenehmern betrieben, die das Konzept übernehmen, aber wirtschaftlich selbständig arbeiten. Marktführer unter den Burgerketten ist der amerikanische Konkurrent McDonalds mit gut 1500 deutschen Standorten. Nach Schätzungen des Branchenportals Food Service kam Burger King in Deutschland im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls auf Platz zwei. Die deutsche Unternehmenszentrale sitzt in Hannover.
„Das Wachstum in den letzten Jahren war verhalten, stattdessen haben wir gezielt in unser bestehendes Restaurantnetzwerk investiert“, sagte Bork. „In einem Land wie Spanien gibt es 1000 Burger-King-Restaurants bei 48 Millionen Einwohnern. Wenn man sich dann jede einzelne größere oder mittelgroße Stadt (in Deutschland) anguckt, finden Sie eigentlich überall noch weiße Flecken, die wir besetzen wollen.“
Burger King hatte 2019 das Ziel von 1000 deutschen Restaurants ausgegeben. Kurz danach brach die Corona-Pandemie aus, die die gesamte Gastronomiebranche in die Krise stürzte. In deren Anschluss folgten der Ukrainekrieg und die Jahre hoher Inflation. „Ich würde sagen, dass es sich jetzt beruhigt hat, aber es gab ein paar wirklich heftige Jahre“, sagte Bork zu den Kostensteigerungen.
Eine neue Zielzahl für die in den nächsten Jahren geplanten Restauranteröffnungen nannte der Manager nicht. „Wir wollen selbst wachsen mit unserem eigenen Restaurantportfolio und mit unseren Franchisenehmern, und zwar deutlich.“ Deutschland sei für Burger King immer noch einer der wichtigsten Märkte weltweit. „Wenn man sich die letzten 20, 25 Jahre anschaut, dann gab es eigentlich kein Jahr, in dem die Systemgastronomie nicht gewachsen ist.“
Eine neue Zielzahl für die in den nächsten Jahren geplanten Restauranteröffnungen nannte der Manager nicht. „Wir wollen selbst wachsen mit unserem eigenen Restaurantportfolio und mit unseren Franchisenehmern, und zwar deutlich.“ Deutschland sei für Burger King immer noch einer der wichtigsten Märkte weltweit. „Wenn man sich die letzten 20, 25 Jahre anschaut, dann gab es eigentlich kein Jahr, in dem die Systemgastronomie nicht gewachsen ist.“
DIHK wirbt für Grundgesetzänderung für Sonntagsöffnungen
In der Debatte um flexiblere Sonntagsöffnungszeiten für den Einzelhandel spricht sich DIHK-Präsident Peter Adrian für eine Grundgesetzänderung aus. Dadurch solle die Rechtslage für verkaufsoffene Sonntage dauerhaft geklärt werden.
Mit Blick auf das sogenannte Ladenschluss-Urteil sagte Adrian den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Das Bundesverfassungsgericht hatte sich in seiner Entscheidung aus dem Jahr 2009 auf die Weimarer Reichsverfassung bezogen, die von der „seelischen Erhebung“ am Sonntag spricht. Nun - das erscheint mir nicht zeitgemäß.“ Deshalb sei es sinnvoll, das Thema mit einer Grundgesetzänderung rechtssicher zu klären, sagte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).
Adrian warb für eine weitgehende Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. „Wir leben heute in einer Zeit, in der jeder rund um die Uhr im Internet einkaufen kann. Ausgerechnet der stationäre Handel unterliegt aber noch sehr starren Regeln.“ Bei den wenigen Ausnahmen für verkaufsoffene Sonntage gebe es keinen verlässlichen Rechtsrahmen, sondern hohe Klagerisiken, sagte er. Das Ladenschlussgesetz sei ein Relikt der Vergangenheit: „Man sollte den Händlern selbst überlassen, ob sie sonntags öffnen möchten oder nicht.“
Mit Blick auf das sogenannte Ladenschluss-Urteil sagte Adrian den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Das Bundesverfassungsgericht hatte sich in seiner Entscheidung aus dem Jahr 2009 auf die Weimarer Reichsverfassung bezogen, die von der „seelischen Erhebung“ am Sonntag spricht. Nun - das erscheint mir nicht zeitgemäß.“ Deshalb sei es sinnvoll, das Thema mit einer Grundgesetzänderung rechtssicher zu klären, sagte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).
Adrian warb für eine weitgehende Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. „Wir leben heute in einer Zeit, in der jeder rund um die Uhr im Internet einkaufen kann. Ausgerechnet der stationäre Handel unterliegt aber noch sehr starren Regeln.“ Bei den wenigen Ausnahmen für verkaufsoffene Sonntage gebe es keinen verlässlichen Rechtsrahmen, sondern hohe Klagerisiken, sagte er. Das Ladenschlussgesetz sei ein Relikt der Vergangenheit: „Man sollte den Händlern selbst überlassen, ob sie sonntags öffnen möchten oder nicht.“
Stimmung im Einzelhandel wird immer schlechter
Vor allem wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung hat sich die Stimmung im deutschen Einzelhandel weiter verschlechtert. Das zeigt eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen der Branche. 63 Prozent geben an, ihre Geschäftslage habe sich im ersten Halbjahr verschlechtert. Vor einem Jahr sagten das 51 Prozent. 42 Prozent der Händler bewerten ihre Geschäftslage aktuell als schlecht, vor einem Jahr waren es 33 Prozent. Zwei Drittel erwarten 2026 deutlich oder leicht niedrigere Umsätze als im Vorjahr, lediglich 18 Prozent höhere.
„Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war“, sagte HDE-Präsident Alexander von Preen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen liege auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. „Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf - bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen.“